Jetzt husten sie alle wieder! Dagegen haben wir etwas: nämlich Mittel, die Ihrem Kind helfen, schnell gesund zu werden.
Er klingt meistens gar nicht gut. Aber streng genommen ist Husten keine Krankheit – sondern ein Abwehrprogramm. Der Hustenreflex setzt ein, wenn die Schleimhaut in den Bronchien entzündet oder gereizt ist. Es kann auch sein, dass Reizstoffe, zum Beispiel Fremdkörper, Rauch oder Schleim, die Atmung stören. Dann schalten sich die Hustenrezeptoren in der Schleimhaut ein und lösen Hustenstöße aus. Sind wir gesund, sorgen die Flimmerhärchen in den Bronchien dafür, dass diese sauber bleiben. Die Flimmerhärchen sitzen wie Wimpern in der obersten Zellschicht der Bronchialschleimhaut und schlagen unablässig hin und her. Wie auf einem Fließband befördern sie Fremdstoffe und Schleim nach draußen.
Husten müssen wir, wenn die Selbstreinigung der Atemwege durch die Flimmerhärchen überfordert ist. Das kann unterschiedliche Ursachen haben, und daher ist auch die Behandlung von Husten nicht immer die gleiche. Welchen Husten hat Ihr Kind, welches Medikament braucht es? Hier können Sie es nachlesen. Grundsätzlich gilt: Mit einem Säugling, der hustet, sollten Sie immer zum Arzt gehen.
Reizhusten
So erkennen Sie ihn: Er ist trocken, kratzig, rau, räuspernd, oftmals bellend.
Das löst ihn aus: Häufig verursachen Viren eine Schleimhautentzündung. Zigarettenrauch ist der wichtigste nichtinfektiöse Auslöser und Verstärker von Hustenreiz. Autoabgase und trockene Zimmerluft verschärfen das Problem.
So verläuft er: Der Husten ist trocken und unproduktiv, also ohne Auswurf. Er tritt meist am Anfang einer Erkältung auf. Nach ein bis zwei Tagen kommt oft Schleim dazu. Der Hustenreiz kann einen abklingenden Infekt wochenlang begleiten – bis sich die Schleimhaut erholt hat. Typisch ist der bellende Reizhusten, der mit Geräuschen und Behinderungen bei der Einatmung verbunden ist, auch für Krupphusten.
Das hilft: Viel trinken, niemals im Haus rauchen. Wirksam sind Tees, Hustensäfte oder Pastillen mit Schleimstoffen. Extrakte aus Eibisch, Isländisch Moos, Malve, Wollblume oder Spitzwegerich überziehen die Atemwegsschleimhaut mit einer Schutzschicht. Efeu entspannt die Bronchialmuskulatur. Bei starkem Husten kann der Arzt Hustenblocker verordnen, die das Hustenzentrum im Gehirn dämpfen und Wirkstoffe wie Clobutinol, Pentoxyverin und Dextrometorphan enthalten. Es gibt sie für Kinder auch als Saft, für Babys als Zäpfchen.
Achtung: Nicht auf Verdacht Hustenblocker geben! Ist die Ursache des Hustens unklar oder ist das Kind verschleimt, darf der Hustenreiz nicht unterdrückt werden. Das Kind muss den Schleim abhusten.
Wann zum Arzt? Bei sehr starkem Husten, beschleunigter Atmung, Fieber und wenn sich das Kind schlecht fühlt. Reizhusten, der sich nach drei Tagen nicht löst, gehört in ärztliche Behandlung.
Schleimiger Husten
So erkennen Sie ihn: Er klingt rasselnd, produziert schleimigen Auswurf.
Das löst ihn aus: Normale Erkältungsviren führen oft zu Schleimhautentzündung. Die entzündeten Zellen sondern dann übermäßig viel Sekret ab, um sich gegen Fremdstoffe zu wehren.
So verläuft er: Im Normalfall dauert der Husten mehrere Tage an.
Das hilft: Warme Tees und schleimlösende Mittel. Ihrem Kind tun jetzt ätherische Öle aus diesen Heilpflanzen gut: Thymian, Anis, Eukalyptus. Aber Vorsicht: Baby müssen älter als ein Jahr sein! Auch so genannte Saponine lösen den Schleim. Sie stecken in Primelblüten und -wurzeln, Seifen- und Süßholzwurzeln. Synthetische Schleimlöser sind Ambroxol oder Azetylzystein.
Wann zum Arzt? Bei starkem Fieber, beschleunigter Atmung, Krankheitsgefühl. Grünlich gelber Auswurf kann ein Zeichen für eine eitrige bakterielle Infektion sein. Wenn Ihr Kind länger als zehn Tage hustet, sollten Sie zum Arzt.
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