Sommersonne, ausgelassenes Spiel, fröhliches Lachen - wenn Brigitte M. mit ihren Enkelkindern unterwegs ist, merkt man der aktiven 63-Jährigen nicht an, dass sie unter Rheuma leidet. "Ich muss auf nichts verzichten und kann ein normales Leben führen" erklärt sie. Seit Beginn der Krankheit wird Brigitte M. mit Cortison therapiert. Wie viele Betroffene war sie anfänglich verunsichert und skeptisch. Doch heute weiß die Langzeitpatientin, dass nicht die Behandlung, sondern die Krankheit, das Gesundheitsrisiko darstellt.
"Ich habe mich informiert, wo ich nur konnte. Hilfreich war vor allem mein behandelnder Arzt, aber auch die Patientenberatungsstelle CIZ" berichtet Brigitte M. darüber, wie sie gelernt hat, mit ihrer Krankheit und der Therapie zu leben. Wie hoch der Informationsbedarf bei Cortison-Patienten ist, zeigen die insgesamt 23.500 Anfragen, die das Cortison-Informations-Zentrum (CIZ), in den sieben Jahren seines Bestehens bearbeitet hat. In jedem zweiten Gespräch am CIZ-Telefon äußerten die Betroffenen Ängste vor unerwünschten Wirkungen einer Cortison-Therapie. Zudem wurden Fragen zur praktischen Anwendung (Einnahme, Dosis, Präparat) besprochen. Das CIZ versteht sich als Ergänzung zum offenen Dialog zwischen Patient und Arzt und trägt dazu bei, Unsicherheiten und Ängste im Umgang mit cortison-haltigen Medikamenten abzubauen. Wie wichtig Aufklärungs- und Beratungsgespräche sind, spiegelt sich nicht nur in der hohen Zahl von Anfragen wider. "Auch Patienten, die seit langer Zeit Cortisonpräparate einnehmen, haben spezielle Fragen zum individuellen Krankheits- und Therapieverlauf", berichtet der CIZ-Beratungsarzt Dr. Wolfgang Bünnagel von seinen Erfahrungen.
Etwa ein Drittel der Betroffenen, die sich telefonisch Rat bei ihm holten, leiden an rheumatischen Erkrankungen wie chronischer Polyarthritis. Diese weitverbreitete Krankheit - auch Gelenkrheumatismus genannt - äußert sich als eine Entzündung der Gelenkinnenhaut und des Knorpels. Die Schwellung des betroffenen Gewebes löst bei Bewegung des entzündeten Gelenks Schmerzen aus. Ursache der Erkrankung ist eine Störung des Immunsystems, die dazu führt, dass das entzündete Gewebe in den Gelenken zerstört und die Gelenke deformiert werden. Neueste Studien belegen, dass ein frühzeitiger Einsatz von cortisonhaltigen Medikamenten die Zerstörung der Gelenke entscheidend verlangsamt. Die drohende Bewegungsunfähigkeit wird somit verhindert. Fit und aktiv trotz Rheuma, für Brigitte M. ist das kein Widerspruch.
Wer den kostenlosen Patientendienst in Anspruch nehmen will, kann beim Cortison-Informations-Zentrum (CIZ), Bolongarostraße 82 in 65929 Frankfurt am Main Informationsmaterial anfordern. Während der Sprechzeiten am Mittwoch zwischen 13 und 17 Uhr werden unter der Rufnummer 0 69 / 31 40 53 27 Fragen von einem erfahrenen Arzt beantwortet.
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