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Morbus Crohn
Ein Wurm hilft dem Darm   Zur Druckansicht

Die Erkrankung des Verdauungstrakts ist schwer zu behandeln. Forscher setzen nun auf winzige Schmarotzer

Schmeckt leicht salzig, daher vor dem Trinken bitte mit etwas Saft oder Wasser verdünnen“, mahnt Detlev Goj. Das Medikament, über das der Geschäftsführer der Biotech-Firma Ovamed spricht, ist nicht nur aus geschmacklichen Gründen gewöhnungsbedürftig. In jeder Arzneiampulle schwimmen in 30 Millilitern klarer Flüssigkeit 2500 Eier des Peitschenwurms Trichuris suis, eines Schmarotzers, der in der Natur im Darm von Schweinen lebt.

Der medizinische Eier-Cocktail ist für Patienten gemacht, die an einer entzündlichen Darmkrankheit leiden – meist an Morbus Crohn. Goj stellt ihn in seinem zehn Mann starken Unternehmen in Barsbüttel bei Hamburg her. Das Mittel durchläuft gerade eine Testphase. „Wir versorgen in Europa und den USA bereits mehrere hundert Patienten“, sagt Goj. Die Erkrankten zahlen für ein Gläschen 330 Euro aus eigener Tasche und schlucken die Wurmeier alle zwei Wochen. Eklig erscheint ihnen die Kur wohl nicht. Im Gegenteil: Die Wurmtherapie gilt als Hoffnung gegen Morbus Crohn.

Heilung ist bisher unmöglich
Allein in Deutschland leiden etwa 50 000 Patienten an dieser Krankheit. Eine chronische Entzündung zerstört bei ihnen Teile der Schleimhäute im Verdauungstrakt. Warum, ist unklar. Eine Heilung gibt es nicht. Mit bestimmten Medikamenten können Ärzte zwar versuchen, die Entzündung zu bremsen. Doch bei einigen Patienten verschlimmern sich die Symptome zunehmend: Durchfall, Schmerzen und Blutungen sind die Folge. Unter Umständen bilden sich lebensbedrohliche Fisteln oder Darmverschlüsse.

 

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