Mineralstoffe & Spurenelemente
Jod   Zur Druckansicht

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Im Gegensatz zu den meisten anderen Spurenelementen ist Jod kein Metall, sondern ein Halogenelement, das grauschwarze glänzende Metalle bildet. Seine Verbindungen sind in der Natur weit verbreitet, jedoch nur in niedrigen Konzentrationen. Genauso verhält es sich auch beim Menschen: im Körper sind ca. 25 tausendstel Gramm Jodid (= Jodsalz) enthalten; das meiste davon in der Schilddrüse. Dieses Organ benötigt pro Tag bis zu 200 millionstel Gramm Jod.

Die besten Jodlieferanten sind die Ozeane mit ihrem Salzwasser. Küstenbewohner werden in der Regel schon durch die salzhaltige Luft mit ausreichend Jod versorgt. In Gebirgsregionen ist die natürliche Jodkonzentration sehr gering, da Gletscherwasser und Regen im Laufe der Zeit einen großen Prozentsatz der Spurenelemente aus der Erde gewaschen haben.

Die Schilddrüse ist das größte Jodspeicherorgan in unserem Körper. Wenn es dem Stoffwechsel an Jod mangelt, filtert diese Drüse einzelne Jodteilchen aus dem Blut. Je mehr Jod gebraucht wird, um so mehr bemüht sich die Schilddrüse, was dann zu einem Aufblähen der Schilddrüsenfollikel führt. Dadurch dehnt sich die Schilddrüse aus und der Kropf entsteht.

In der Schilddrüse werden zwei Hormone gebildet, die ohne Jod nicht zustande kommen würden. Diese Hormone sind für die Regulierung der Körpertemperatur, den Wasserhaushalt, den Sauerstoffverbrauch sowie für die Funktionen des zentralen Nervensystems verantwortlich. Außerdem nehmen sie Einfluß auf das Wachstum und die körperliche Entwicklung allgemein.

Jod bzw. die Schilddrüsenhormone steuern also wichtige Lebensprozesse. Wenn Menschen schnell frieren, zu Übergewicht neigen, schon den kleinsten Stresssituationen keinen Widerstand entgegensetzen können und wenig Freude am Leben haben, fehlt häufig dieses Spurenelement bzw. es liegt ein Schilddrüsenhormonmangel vor.

Kropfpatienten können entweder an einer Überfunktion oder an einer Unterfunktion der Schilddrüse leiden. Durch die Überfunktion kommt es zu einer vermehrten Hormonproduktion mit einer Stoffwechselbeschleunigung. Die Folgen sind innere Unruhe, schlechter Schlaf, vermehrte Schweißabsonderung, Durchfall und Gewichtsverlust. Bei einer Unterfunktion werden zu wenige Hormone produziert. Die Betroffenen leiden an Antriebsarmut, Depressivität und Kälteempfindlichkeit.


Jodreiche Lebensmittel

Seefisch
Meeresfrüchte (Muscheln, Garnelen etc.)
Algen

Es empfiehlt sich, jodiertes Salz in der Küche zu verwenden und einmal im Jahr Urlaub am Meer zu verbringen.


Warnsymptome

Jodmangel kann folgende Beschwerden verursachen:

Antriebsarmut
Chronische Müdigkeit
Mentale Trägheit
Nervöse Unruhe
Verwirrtheitszustände
Übergewicht
Herzklopfen
Pulsjagen
Gliederzittern
Erhöhtes Stressempfinden
Leistungsschwäche
Kältegefühle
Trockenes, brüchiges Haar
Beginnende Kropfbildung
Arthritis


Die tägliche Jodaufnahme sollte, nach den meisten Gremien, betragen:

Frühgeborene30 µg pro kg Körpergewicht
Säuglinge50 µg
Kinder bis 7 Jahre100-120 µg
Kinder bis 10 Jahre150 µg
Kinder bis 15 Jahrebis 200 µg
Jugendliche und Erwachsenebis 200 µg
Schwangere und Stillendebis 250 µg


Die EU empfiehlt allen Personen eine mittlere tägliche Aufnahme von 100 - 150 µg Jodid oder Jodat.

 

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