Cortison
Leben mit Cortison   Zur Druckansicht

Dosierung in besonderen Situationen

Streßsituation
Gerät ein Patient während einer Cortisontherapie in eine Streßsituation, darf die Cortisontherapie keineswegs abgesetzt werden; das gilt auch für infektiöse Erkrankungen. Wenn angenommen werden muß, daß der Patient nicht streßfähig ist, d.h. wenn er unter höheren Dosen steht (mehr als 10mg Prednison pro Tag), wenn er das Cortisonpräparat abends eingenommen hat oder wenn er mit einem langwirkenden Präparat behandelt wurde, muß die Cortisondosis erhöht werden. Hierfür gelten als Richtlinie:

Bei geringer Belastung, z.B. Erkältungskrankheit, starke körperliche Anstrengung, Verdoppelung der Dosis
Bei hohem Fieber, Infektionskrankheit, bei Operationen mit örtlicher Betäubung Dosis verdreifachen
Bei schwerer Belastung, z.B. Unfall oder große Operation, etwa zehnfache Dosierung

Das weitere Vorgehen muß dann im Einzelfall vom behandelnden Arzt bestimmt werden.

Schwangerschaft
Während einer Schwangerschaft darf selbstverständlich eine Substitutionstherapie nicht unterbrochen werden. Im 2. Zeitraum von 3 Monaten (Trimenon) soll die Hydrocortisondosis um 5mg pro Tag und im 3. Trimenon um 10mg pro Tag erhöht werden. Während der Geburt ist es üblich, eine Infusion von 100mg Hydrocortison zu verabreichen.

Eine pharmakologische Behandlung sollte - wie jede medikamentöse Therapie - in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten nach Möglichkeit vermieden werden. Bedrohliche Krankheitsphasen können, z.B. bei Asthma, selbstverständlich durch eine kurzfristige hochdosierte Gabe behandelt werden. Während der weiteren Schwangerschaft sind Low Dose-Therapie und jede Form einer örtlichen Anwendung für Mutter und Kind unbedenklich. In die Muttermilch gehen nur sehr geringe Mengen Cortison über, so daß bei niedrigeren Dosen für das Neugeborene keine Gefahr besteht. Ängstlichen Müttern wird empfohlen, jeweils erst 4 Stunden nach Einnahme des Cortisonpräparates zu stillen.

Fernreisen
Bei Reisen mit Zeitverschiebung empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

Bei kleineren Zeitverschiebungen, z.B. Ostküste Amerikas, kann man das Cortisonpräparat sofort morgens entsprechend der örtlichen Zeit einnehmen.
Bei einem Zeitunterschied von 12 Stunden, z.B. Australien, paßt sich der biologische Rhythmus erst allmählich an. Deshalb sollte man während eines Kurzaufenthaltes das Präparat entsprechend der Heimatzeit abends einnehmen. Bei längerem Aufenthalt dagegen empfiehlt es sich, auf die morgendliche Einnahme nach Ortszeit überzugehen.
Impfungen mit Totimpfstoffen, z.B. gegen Grippe, sind unbedenklich. Allerdings kommt es nicht zu der erwünschten Antikörperbildung, wenn die Dosis oberhalb von 10mg Prednison/Tag liegt.
Impfungen mit Lebendimpfstoffen, z.B. Masern, Röteln, Kinderlähmung, Tuberkulose, dürfen nicht durchgeführt werden.

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