Cortison
Leben mit Cortison   Zur Druckansicht

Zeitpunkt der Cortisoneinnahme

Geteilte Dosis
Werden höhere Dosen benötigt, etwa oberhalb 40mg Prednison pro Tag, so ist es sinnvoll, diese auf mehrere Gaben über den Tag zu verteilen. Beim Abbau soll aber darauf geachtet werden, daß zuerst die abendliche, dann die mittägige Dosis abgebaut wird, bis zum Schluß die morgendliche Dosis übrig bleibt.

Zirkadiane Therapie
Bei niedrigen Dosen und ganz besonders in der Erhaltungstherapie sollen Cortisonpräparate grundsätzlich frühmorgens (vor 8 Uhr) eingenommen werden. Es ist nämlich erwiesen, daß die Einnahme zu der Zeit, da physiologischerweise eine erhöhte Hormonkonzentration im Blut besteht , den adrenalen Regelkreis erheblich weniger stört.

Abendliche Einnahme
Eine abendliche Einnahme hat dagegen eine starke Hemmung der körpereigenen Hormonproduktion zur Folge, so daß der Patient nicht streß-fähig ist. Darüber muß er gegebenenfalls aufgeklärt sein, sollte die Vorichtsmaßnahmen kennen und einen Cortisonausweis (Kostenlos erhältlich von der Merck KGaA Darmstadt) bei sich tragen. Eine abendliche Gabe sollte deshalb nach Möglichkeit vermieden werden. Es gibt allerdings eine Ausnahme: Wenn es darauf ankommt, eine überschießende Hormonproduktion zu blockieren, wie z.B. beim seltenen Adrenogenital-Syndrom. Selbstverständlich dürfen Cortisonpräparate in Notsituationen zu jeder Tageszeit in der jeweils nötigen Dosis gegeben werden.

Gesplittete Dosis
Es gibt Situationen, in denen eine einmalige morgendliche Gabe nicht ausreicht, so daß eine Splittung der Tagesdosis auch in der Langzeitbehandlung nötig ist. Das gilt besonders für das nächtliche Asthma. In diesen Fällen sollen 2/3 der Tagesdosis morgens und 1/3 etwa um 15 Uhr eingenommen werden. Es ist durch sorgfältige Untersuchungen erwiesen, daß die nachmittägige Gabe dem nächtlichen Asthma besser vorbeugt als eine abendliche Einnahme; sie ist außerdem weniger schädlich für die Nebennierenrindenfunktion.

Alternierende Therapie
Die Hemmung des adrenalen Regelkreises ist deutlich geringer, wenn man in einer Langzeitbehandlung das Corticoid nur jeden 2. Tag, dann allerdings in doppelter Dosis, verabreicht. Das geht bei chronisch-fibrosierenden Krankheiten, wie z.B. der Sarkoidose und der Lungenfibrose, weiter beim nephrotischen Syndrom und bei verschiedenen Haut- und Nervenkrankheiten. Nicht geeignet ist diese Behandlungsform aber bei den entzündlich-rheumatischen Krankheiten und bei Asthma. Ungünstig ist sie auch bei Diabetikern, weil dadurch die Diabeteseinstellung erheblich erschwert wird. Von großer Bedeutung ist die alternierende Therapie aber für die Langzeitbehandlung von Kindern im Wachstumsalter. Auf diese Weise kann die Wachstumshemmung erheblich vermindert werden.

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