Cortison
Leben mit Cortison   Zur Druckansicht

Anwendungsformen von Cortisonpräparaten

Es gibt verschiedene Wege, Cortisonpräparate anzuwenden.

Tabletten
Die gebräuchlichste Form ist die Einnahme von Tabletten. Diese werden rasch und nahezu vollständig aus dem Magen-Darm-Kanal in den Organismus aufgenommen.

Injektionen
Die intravenöse Injektion wird bevorzugt, wenn eine sehr hohe Dosierung nötig ist oder wenn ein Patient die Tabletten nicht schlucken kann.

Die Injektion einer Kristallsuspension (Depotpräparat) in die Muskulatur ist mit der Gefahr von Haut-, Unterhaut-, Muskelschäden belastet. Bei gehäufter Anwendung führt sie darüber hinaus zu einer schweren und lang anhaltenden Störung des adrenalen Regelkreises. Deshalb gilt diese Anwendungsform heute als überholt.

Suppositorien
Suppositorien werden nur bei Kleinkindern angewendet, wenn eine i.v. Injektion auf Schwierigkeiten stößt. Ansonsten sind sie wegen ihrer unzuverlässigen Resorption für eine systemische Therapie nicht geeignet.

Örtliche Anwendungsformen
Eine große Rolle spielen örtliche Anwendungsformen in Form von Salben bei Hautkrankheiten, Tropfen bei Augenentzündungen, Einspritzung in Gelenke bei entzündlichen Gelenkerkrankungen und insbesondere die inhalative Anwendung bei Asthma sowie die Klysmentherapie bei entzündlichen Darmkrankheiten.


Cortison mit vielen Namen

Cortisol
Wie bereits erwähnt, war Cortison der erste in der Nebennierenrinde gefundene hormonale Wirkstoff; er ist aber nur eine Vorstufe des physiologischen Hormons Cortisol (Hydrocortison). Dieses ist das Mittel der Wahl für die Substitutionsbehandlung, d.h. für alle jene Patienten, bei denen die eigene Nebennierenrinde, aus welchen Gründen auch immer, kein oder nicht genügend Hormon bilden kann.

Prednison - Prednisolon
Da das physiologische Hormon auch Mineralwirkungen hat (Natriumretention und Kaliumausscheidung), die für die pharmakologische Behandlung sehr störend, ja sogar gefährlich sein können, wurden seit Mitte der 50er Jahre Abwandlungen des Hormons hergestellt, die diese unerwünschte Wirkung kaum oder gar nicht mehr haben. Die ersten dieser Produkte waren Prednison und Prednisolon, die auch heute noch weltweit als Standardpräparate für die systemische Therapie gelten.

Andere Abkömmlinge
Daneben gibt es eine Reihe von weiteren Abwandlungen, die teilweise wirkungsstärker sind. Die Wirkungsverstärkung wird aber bei einigen mit einer längeren Verweildauer im Blut erkauft, was wiederum für den adrenalen Regelkreis nachteilig ist. Lang wirkende Präparate kommen nur für spezielle Indikationen bzw. für eine kurzfristige Therapie in Frage.

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