Patientenschulung In früheren Jahrzehnten hat der Arzt die Therapie angeordnet und der Patient hatte sie zu befolgen. Untersuchungen über die sog. Compliance (Befolgung ärztlicher Verordnungen) haben gezeigt, daß mindestens die Hälfte der Patienten die ärztlichen Anordnungen nicht befolgten. Die heutige Medizin empfindet den Patienten als Partner, der Kenntnisse über seine Krankheit und deren Behandlungsmöglichkeit haben soll und an der Durchführung der Behandlung beteiligt ist.
Schulungsprogramme Die Informationen während eines Arztbesuches oder eines kurzen Klinikaufentbaltes reichen meist nicht aus. Aus diesem Grunde werden heute für die verschiedensten chronischen Krankheiten Schulungsprogramme angeboten. Diese Entwicklung begann mit der Schulung der Diabetiker, es folgten die Asthmakranken, die Patienten mit verschiedenen rheumatischen Krankheiten, mit Augenkrankheiten und die Entwicklung geht weiter.
Asthmaschulung Inzwischen wurden sowohl für die Asthma- als auch die Rheumaschulung von den jeweiligen Facharztverbänden zusammen mit Psychologen, Pädagogen, Krankengymnasten und Ergotherapeuten standardisierte Programme entwickelt, die heute Deutschlandweit Anwendung finden.
Rheumaschulung Die aufwendigen Unterlagen wurden von pharmazeutischen Firmen gesponsert, z.B. die bisher für 5 verschiedene rheumatische Krankheiten zur Verfügung stehenden Unterlagen von Merck Darmstadt. Organisiert werden die Selbsthilfegruppen meist durch die verschiedenen Ligen, also z.B. RheumaLiga, Atemwegs-Liga u.ä.
Ziele der Schulung Ziel der Schulung ist in erster Linie eine genaue Information der Betroffenen über ihre jeweilige Krankheit sowie über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten, wobei natürlich auch Cortison eine große Rolle spielt. Dort können weiter spezielle Techniken erlernt werden, z.B. die verschiedenen Formen der Corticoidinhalation. Schließlich ist ein wichtiges Anliegen die psychologische Akzeptanz der Krankheit und die Auseinandersetzung mit ihr, d.h. die Krankheitsbewältigung.
Ergebnisse Es gibt bereits mehrere wissenschaftliche Analysen über die Ergebnisse solcher Schulungen. Sie beweisen, daß die Patienten ein besseres Wissen über ihre Krankheit haben, den Behandlungsplan genauer einhalten, Ängste vor verschiedenen Medikamenten verlieren, weniger häufig ins Krankenhaus müssen bzw. arbeitsunfähig werden und eine wesentliche Verbesserung ihrer subjektiven Lebensqualität empfinden. Schließlich kommt dabei auch noch eine deutliche Kosteneinsparung heraus.
Fazit Die Patientenschulung ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil der Behandlung aller chronischen Krankheiten.
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