Beitrag des Patienten zur Therapiesicherheit
Arzt-Patienten-Verhältnis Erste Voraussetzung für die erfolgreiche Behandlung einer chronischen Erkrankung - um solche handelt es sich überwiegend, wenn Cortison verordnet wird - ist eine Vertrauenssituation zwischen Arzt und Patient. Der Arzt muß sich darauf verlassen können, daß der Patient die vereinbarte Behandlung richtig und gewissenhaft durchführt. Der Patient muß beim Arzt ein offenes Ohr finden für alle seine Bedenken, Sorgen und Ängste. Er muß sich als Partner im "Therapiebündnis" akzeptiert fühlen. Nur durch ständigen Dialog und nicht durch Monolog entsteht das nötige Vertrauensverhältnis. Das schließt auch ein, daß der Patient seinen Arzt informiert, wenn er von einem anderen Facharzt ein Medikament verordnet bekommt oder wenn er von sich aus ein sog. alternatives Heilmittel versucht. Selbstverständlich muß auch über Schwangerschaftswunsch bzw. eingetretene Schwangerschaft (Gravidität) frühest möglich gesprochen werden.
Information In den Gesprächen mit dem Arzt sollte sich der Patient die nötigen Kenntnisse über seine Krankheit erwerben. Er soll wissen, was Cortison ist und wie es wirkt und warum er mit diesem Medikament behandelt wird. Dabei muß auch darüber gesprochen werden, welche Risiken der Patient eingeht, wenn er die Behandlung NICHT durchführt. Alle diese Informationen können natürlich nicht bei einem einmaligen Sprechstundenbesuch besprochen werden. Ständige Gespräche sind nötig. Sehr bewährt haben sich die meist von den Selbsthilfegruppen organisierten Patientenschulungen.
Mitwirkung bei Therapieführung Nur der gut informierte Patient kann seinen Arzt rechtzeitig informieren, wenn sich unerwünschte Wirkung der Behandlung anbahnen. Er soll aber auch an der Therapieführung mitbeteiligt sein. Man spricht heute von "Arztgeführter Selbstbehandlung" oder "kooperativer Pharmakotherapie". Ein Beispiel dafür ist die Behandlung des Asthma. Der Patient, der seine Atemfunktion durch regelmäßige Peakflow-Messung überwacht, kann bei Verschlechterung rechtzeitig - d.h. auch, wenn er seinen Arzt aus irgendeinem Grunde nicht erreichen kann - die vorher besprochenen Maßnahmen treffen. Auch vielen chronisch Rheumakranken überläßt man heute einen gewissen Dosierungsspielraum je nach der sog. Tagesform.
Lebensführung Eine sehr große Bedeutung für die Therapiesicherheit hat eine entsprechende Lebensführung. Pillen allein genügen niemals! Sehr wichtig für die Vorbeugung (Prophylaxe) der gefürchteten Osteoporose ist körperliche Aktivität. Deshalb sollten Gymnastik und evtl. auch verschiedene Sportarten zum täglichen Programm gehören. Selbstverständlich muß das im Einzelfall je nach der Grundkrankheit mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Sehr wichtig ist auch, täglich an die frische Luft bzw. die Sonne zu gehen. Durch Sonnenlicht wird Vitamin D aktiviert, was wiederum dem Knochenschwund vorbeugt.
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