Cortison
Leben mit Cortison   Zur Druckansicht

Absetzen eines Cortisonpräparates

Es gibt 3 verschiedene Gründe, eine Cortisontherapie zu beenden:

Cortison nicht mehr nötig

Wenn die Behandlung nicht mehr nötig ist. Das trifft in erster Linie bei akuten Krankheiten zu. Ein Absetzen ist aber auch bei chronischen Erkrankungen möglich, wenn z.B. bei einer chronischen Polyarthritis die Wirkung der sog. Basistherapie eingetreten ist. Ein anderes Beispiel sind Systemvaskulitiden, bei denen eine Remission eingetreten ist, so daß der Effekt nur mehr mit einem Immunsuppressivum aufrechterhalten werden soll.

Übergang auf lokale Corticoidtherapie

Wenn das Krankheitsbild unter der systemischen Therapie so weit gebessert ist, daß auf eine Lokalbehandlung übergegangen werden kann, z.B. bei Asthma.

Komplikationen

Wenn Komplikationen aufgetreten sind, die ein Absetzen der Behandlung erzwingen.

Risiken beim Absetzen
Beim Absetzen einer Cortisontherapie können eine Reihe von Komplikationen auftreten:

Wird die Behandlung zu früh abgesetzt, droht ein Rückfall der Krankheit, der manchmal schlimmer ist als vor dem Cortisoneinsatz.
Wird eine langfristige Behandlung plötzlich abgebrochen oder eine hohe Dosis zu schnell abgebaut, kann sich das sog. Cortisonentzugs-Syndrom einstellen: Die Patienten fühlen sich elend, sind depressiv, haben Magen-Darm-Störungen und manche klagen über ziehende Schmerzen in der Arm- und Beinmuskulatur (Steroid-Pseudorheumatismus).
Wird eine länger dauernde Behandlung, die mit einer höheren Dosis (über 7,5mg Prednison/Tag) oder mit abendlicher Einnahme oder mit einem lang wirkenden Präparat durchgeführt worden war, plötzlich abgesetzt, droht eine akute Nebennierenrinden-Insuffizienz.

Empfohlenes Procedere
Alle diese Risiken können vermieden werden, wenn die folgenden Empfehlungen beachtet werden:

Eine Behandlung mit hohen und sehr hohen Dosen während einiger Tage kann abrupt abgebrochen werden
Eine Behandlung von 3-4 Wochen soll durch sog. Ausschleichen beendet werden: Abbau in 5 bzw. 2,5mg-Schritten alle 3 Tage
Bei Langzeitbehandlung mit Low-dose soll alle 1-2 Monate um je 1/2mg reduziert werden
Ist eine Langzeitbehandlung mit höheren Dosen, mit abendlicher Einnahme oder mit einem lang wirkenden Präparat durchgeführt worden, sollte vor dem geplanten Absetzen die Funktionsfähigkeit der Nebennierenrinde durch entsprechende Untersuchungen getestet werden. Das weitere Vorgehen richtet sich dann nach diesem Ergebnis.
Muß eine Behandlung wegen einer ernsthaften Komplikation plötzlich beendet werden und ist eine Funktionsstörung der Nebennierenrinde nachgewiesen bzw. zu vermuten (siehe oben), muß sofort eine Substitutionsbehandlung mit Hydrocortison eingesetzt werden.

vorherige Seite  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 nächste Seite

 

(c) 2003-2012 Wengen-Apotheke | Impressum

1.366.394 Besucher seit Juli 2003

 

Ihr Warenkorb
Artikel: 0
Warenwert: 0.00 €
 
Suche

Zur erweiterten Suche