Wu Wei Zi
[r]Wuweizi: Tradition aus Ostasien[/r]   Zur Druckansicht


Seit über 2000 Jahren werden in Ostasien Schisandrafrüchte in Aufbau- und Stärkungsmitteln verwendet. Die lange Tradition führte sogar zur Aufnahme in die chinesischen und japanischen Arzneibücher. In der chinesischen Pharmakopoe sind die getrockneten, reifen Früchte von zwei Arten (Schisandra chinensis und Schisandra sphenanthera) unter der gemeinsamen Bezeichnung Wuweizi monographiert. Die erste Silbe dieser exotisch anmutenden Bezeichnung weist auf die fünf (wu=fünf) Geschmacksrichtungen hin. Die Früchte schmecken sowohl süsssauer als auch salzig, bitter und scharf. Diese Eigenschaften prädestinieren die Droge zum Einsatz als universelles Stärkungsmittel, da im Sinne der traditionellen chinesischen Medizin alle fünf Wandlungsphasen (Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser) berücksichtigt werden.
Üblicherweise wird die Droge nicht einzeln sondern in Mischungen und Rezepturen wie z.B. Shengmaisan verwendet. Bezüglich der Inhaltsstoffe sind vor allem die Lignane interessant. Insbesondere Schisandrin B-Methylether, Schisandrin C und Schisantherin D zeigen eine ausgeprägte antioxidative bzw. antihepatotoxische Wirkung. Die hepatoprotektive Wirkung konnte sowohl für die Einzeldroge als auch für die Drogenmischung Shengmaisan nachgewiesen werden. Für die zahlreichen weiteren Indikationen wie Schlaflosigkeit, Asthenie, mangelnde Konzentration etc. liegen zurzeit keine wissenschaftlichen Studien am Menschen vor.

Eine aktive Empfehlung als Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel ist momentan wissenschaftlich nicht begründbar. Eine Ausnahme bildet der Einsatz als Hepatoprotektivum. Referenzzubereitung fehlen allerdings zurzeit, was eine standardisierte Dosierung erschwert.






Quelle: Quelle: _Pharmazeutische Zeitung, 5/2005/p34-36

 

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