Eine entkernte Eizelle, ein isolierter Eizellkern und ein Spermium: Fertig ist der Embryo der Zukunft
Britische Forscher haben beantragt, menschliche Embryos aus drei verschiedenen genetischen Eltern herstellen zu dürfen. Damit soll verhindert werden, dass Erbkrankheiten an die Nachkommen weitergegeben werden, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.
Die beiden Forscher Doug Turnbull und Mary Herbert von der University of Newcastle haben den Antrag bei der „Human Fertilisation and Embryology Authority“ eingebracht. Eine Entscheidung dieser Institution wird in Kürze erwartet.
Das Procedere soll vor allem bei der In-vitro-Fertilisation und bei der Transplantation eines befruchteten Embryos in eine andere Frau durchgeführt werden. Jedes Kind, das nach der Implantation eines Embryos geboren wird, soll dann einen Nukleus von Genen beider Elternteile sowie Mitochondrien von einer anderen Frau neben der Mutter haben. Normalerweise werden die Mitochondrien von der Mutter mit der Eizelle vererbt.
Noch unklar: Wie gesund sind die entstehenden Babys? Die Methode, die in den USA verboten ist, wurde erstmals 2003 von einem chinesisch-amerikanischen Team in China entwickelt. Den Forschern gelang es, damals eine Schwangerschaft einzuleiten, allerdings kam das Kind nicht zur Welt. Herbert betont, dass die Methode nicht angewendet wird, ehe klinische Studien ergeben haben, dass diese ungefährlich sei. Die Kritik seitens mancher Eltern oder Religionsgemeinschaften ist den Experten klar.
US-Forscher wie etwa Jacques Cohen vom Institute for Reproductive Medicine and Science vom Saint Barnabas in New Jersey sind strikte Gegner der Methode. Die Bezeichnung „Drei-Eltern-Methode“ sei missverständlich, da nur etwa 35 der rund 30.000 Gene aus den Mitochondrien stammen, so Cohen.
Pressetext/BabyundEltern.de |