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Beim Vitamin B6 unterscheidet man drei Arten: dem pflanzlichen Pyridoxin und den an Phosphor gebundenen tierischen Formen Pyridoxal und Pyridoxamin. Der Stoffwechsel des menschlichen Organismus nimmt das Vitamin hauptsächlich in seiner pflanzlichen phosphorfreien Form auf. Beim Eintritt in die Körperzellen wird auf das pflanzliche Vitamin B6 eine Phosphatgruppe übertragen (= Phosphorylierung). Dadurch wird es für die Produktion von Enzymen aufgeladen. Im Gegensatz dazu wird tierisches Vitamin B6 im Darm erst einmal vom Phosphor befreit und anschließend weitergeleitet. Laut neuesten Erkenntnissen ist der menschliche Darm in der Lage, Vitamin B6 in geringen Mengen mit Hilfe bestimmter Bakterien selbst herzustellen.
Die Hauptaufgabe des Vitamins liegt in der Belieferung der Leber mit Enzymen, den so genannten Transaminasen. Diese regeln die Stoffwechselverwertung von Eiweiß. Sie helfen, aus den 20 im Körper vorliegenden Eiweißbausteinen (Aminosäuren) verschiedenste langkettige Sequenzen zu bilden, z.B. Proteine, Peptide und Polypeptide. Fehlt Vitamin B6, wird der Stoffwechselprozess der Aminosäure unterbrochen, und es kommt zum Eiweißmangel. Nimmt man auf der anderen Seite zu viel Eiweiß zu sich, wird für die Verwertung sämtliches Pyridoxin aus dem Darm, der Leber und den Zellen gezogen, und das Vitamin fehlt an anderen wichtigen Stellen.
Steht man unter seelischem oder körperlichen Stress, pumpen die Nebennierenrinden Glukokortikoide (= Stresshormone) in den Blutkreislauf. Die Glukokortikoide steigern den Eiweißstoffwechsel und brauchen so die allerletzten Vitamin-B6-Reserven auf. Das Pyridoxin fehlt dann für die rund 120 anderen Aufgaben im Körper.
Stressforscher in den USA vermuten die Ursache für Erschöpfungssymptome auch in einem Mangel an Vitamin B6. Pyridoxin alleine schafft jedoch keine Abhilfe, denn der Biostoff kann nur im Zusammenspiel mit Vitamin B2 sein kräftiges Potential voll entfalten.
Pyridoxin ist mit am Aufbau der Abwehrkörper des Immunsystem beteiligt. Fehlt das Vitamin, sind die Antikörper nicht voll funktionsfähig. Außerdem schrumpft bei Pyridoxinmangel die Thymusdrüse, die Schaltzentrale für das Immunsystem. Nachdem dieses Organ mit zunehmendem Alter immer kleiner wird, sollte man das Immunsystem durch ausreichend Vitamin B6 unterstützen.
Frauen in den Wechseljahren
Nach der Menopause sollte man einen Pyridoxinmangel unbedingt vermeiden, da dieser Biostoff auch dem fortschreitenden Knochenabbau entgegenwirkt. Zusammen mit Vitamin B12 und Folsäure unterstützt Pyridoxin die Umwandlung des Eiweißbausteins Methionin in die Aminosäure Zystein, die der Körper wiederum für die Kräftigung des Bindegewebes braucht.
Osteoporose vorbeugen
Fehlen die beiden genannten Vitamine und die Folsäure, stellt der Körper statt Zystein aus den vorhandenen Stoffen das Homocystein her. Dieser Stoff ist für die Schwächung des Knochenbaus verantwortlich. Das Homocystein hemmt den Kollagenstoffwechsel und begünstigt damit den Abbau der Knochenmasse. Den Krankheiten Osteoporose und Arteriosklerose kann man weitgehend vorbeugen, indem man für eine ausreichende Zufuhr an Pyridoxin sorgt.
Wirkung im Gehirn
Der kanadische Psychiater und Forscher Dr. Abram Hoffer vertritt die These, dass rund drei Viertel der psychisch Kranken unter chronischem Vitamin-B6-Mangel leiden. Vor allem Schizophrenie-Patienten seien davon betroffen.
Gleichgewicht für Mineralstoffe
Pyridoxin sorgt für ein Gleichgewicht zwischen Natrium und Kalium in den Körperflüssigkeiten. Dies ist besonders für das Nervensystem von Bedeutung, da Natriumionen die Impulse der Muskelnervenzellen steuern. Natrium ist ein Bestandteil des Kochsalzes und bindet in der Körperzelle Wasser. Bei zu salzhaltiger Ernährung oder bei Vitamin-B6-Mangel kommt es zu Wassereinlagerungen, zu so genannten Ödemen, in den Beinen, im Gesicht oder an den Händen.
Stabiles Nervensystem
Die Nervenzellen sind auf eine ausreichende Zufuhr von Glukose angewiesen um stabil und gesund zu bleiben. Pyridoxin stimuliert die Glukoseversorgung. Etwa drei Viertel der Menschen in den Industrienationen leiden unter ernährungsbedingtem Glukosemangel (= Hypoglykämie). Werden die Nervenzellen nicht ausreichend mit Glukose versorgt, treten Symptome wie ständige Müdigkeit, Nervenschwäche, Mutlosigkeit und Antriebsarmut auf, der Blutdruck sinkt, es kommt zu Schlafstörungen und zu Schwierigkeiten den Anforderungen des Alltages gerecht zu werden. Davon häufig betroffen sind Schwangere und Frauen während der Tage vor ihrer Periode.
Vorsicht bei Diäten
Vitamin B6 kann nicht vom Körper gespeichert werden und sollte daher täglich mit der Nahrung zugeführt werden. Im Rahmen einer radikalen Diät kommt es häufig zu einem Pyridoxinmangel, deshalb sollte man bei strengen Abmagerungskuren unbedingt zusätzlich Vitamin B6 zuführen.
Naturbelassene Lebensmittel
Bekanntlich wirken die B-Vitamine nicht in isolierter Form, sondern nur in einem Zusammenspiel. Aus diesem Grund sind sie in einer natürlichen Form am verträglichsten. Es hat wenig Sinn ein isoliertes B-Vitamin zu sich zu nehmen, da kann man sich die Kosten am besten gleich sparen.
Bei der Mehlherstellung wird praktisch jede Pyridoxinspur entfernt, aus diesem Grund leiden Mitteleuropäer fast durchgehend an einem Vitamin-B6-Mangel. Da das Vitamin nicht in der Leber gespeichert werden kann und schon acht Stunden nach der Zufuhr über den Urin ausgeschieden wird, sollte die Nahrung möglichst vollwertig und naturbelassen sein.
Haltbarkeit in Lebensmitteln
Wasser, Hitze und Licht zerstören Vitamin B6. Deshalb sollte man pyridoxinhaltige Lebensmittel im dunklen Kühlschrank lagern. Zubereitetes sollte immer sofort verwendet werden, da Zerkleinern und Schälen den Pyridoxingehalt sehr schnell zerstören. Auch langes Kochen und Braten schadet dem Vitamin. Am besten ist kurzes Garen mit wenig Wasser. Durchschnittlich 20-50% des Vitamin-B6-Gehaltes gehen während des Erhitzens verloren. Deshalb sollte das Kochwasser unbedingt mit verwendet werden. Bei Milch in Weißglasflaschen kann das Sonnenlicht innerhalb weniger Stunden fast 50% des Pyridoxingehaltes zerstören.
Stoffe, die Vitamin B6 beeinflussen
Penicillin, Orale Kontrazeptiva ("Pille"), Östrogene in hohen Dosen, einige Antidepressiva, Zytostatika (= Anti-Krebs-Mittel) sowie bestimmte blutdrucksenkende Medikamente beeinträchtigen negativ die Wirkung von Pyridoxin in unserem Körper.
Auch Chemotherapeutika gegen Tuberkulose (Isonicontinsäurehydrazid) können unserem Körper übermäßig viel Pyridoxin entziehen.
Warnsymptome
Vitamin-B6-Mangel kann folgende Beschwerden verursachen:
 | Anhaltende Müdigkeit
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 | Nervosität, Gereiztheit
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 | Depressive Verstimmungen und Angstzustände
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 | Gesprungene Mundwinkel
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 | Taubheitsgefühl in den Gliedern
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 | Kreislaufstörungen
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 | Konzentrationsschwäche
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 | Arthritis
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 | Muskelschwäche
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 | Immunschwäche
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 | Haarausfall
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