Vitamine
Vitamin B1   Zur Druckansicht

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Immer mehr Menschen haben viel zu wenig Vitamin B1 (= Thiamin) im Blut. Oftmals ist der Thiaminspiegel bereits seit Jahren erniedrigt. Die Symptome und Beschwerden sind bei nahezu allen gleich: Es beginnt mit ständiger, quälender Müdigkeit, erhöhter Reizbarkeit, Appetitmangel, Vergeßlichkeit und Konzentrationsschwäche. Später folgen Schlafstörungen, Mutlosigkeit und erste wirklich gefährliche Warnzeichen: Prickeln und Nadelstiche in den unteren Gliedmaßen, Herzflattern und Verwirrtheitszustände. Die eigentliche Ursache wird häufig nicht erkannt. In den meisten Fällen sorgt Thiamin für schnelle Abhilfe.

Im Darm wird Vitamin B1 schnell aufgenommen und gelangt über die Blutbahn zur Leber, wo es zusammen mit dem Spurenelement Mangan und speziellen Eiweißstoffen Enzyme bildet. Milliarden solcher Enzyme spalten dann in Akkordarbeit rund um die Uhr die in der Nahrung enthaltenen Kohlenhydrate zu Glucose. Wenn Nervenzellen nicht laufend mit Glucose versorgt werden, quellen sie auf, um über die größere Außenfläche Kontakt zu zusätzlichen Arteriolen (= winzige Blutgefäße) zu bekommen. Bei vergrößerten Nervenzellen verringert sich die Glucoseverwertung um bis zu 60%. Die schützende Myelinschicht der Nervenzelle dehnt sich aus und verliert dadurch ihre natürliche Konsistenz und Viskosität. Letztere ist der ganz bestimmte Flüssigkeitsgrad, den das darin enthaltene Cholesterin sowie die Phosphor- und Eiweißstoffe haben müssen. Die Folge sind "bloßliegende", reizbare Nerven.

Das helfende Thiaminmolekül ist allerdings auch sehr leicht angreifbar. Es wird durch Lagerung, Hitze und Gefrieren zerstört, ebenso durch ein bestimmtes Enzym, das u.a. in rohem Fisch, in Austern oder anderen Schalentieren enthalten ist. Alkohol, Nikotin und der übermäßige Genuss von Zucker sorgen für einen zusätzlichen Thiaminentzug im Körper.

Weil viele Menschen in den westlichen Ländern kaum Vollkomprodukte essen, ist es nicht verwunderlich, dass bereits Kinder an einem Thiaminmangel leiden. 30 mg sollte jeder Mensch ständig im Körper vorrätig haben. Da das Vitamin jedoch nur gespeichert werden kann, wenn es an Enzyme gebunden ist, lassen sich keine Depots anlegen. Werden täglich weniger als 1,0 bis 1,5 mg zugeführt kommt es rasch zu einem Thiaminmangel.


Thiamin wird leicht zerstört

Je nach Art der Zubereitung verlieren Lebensmittel bis zu 70% ihres Thiamingehalts. Tiefgefrorener Spinat enthält im Gegensatz zum Frischen nur noch die Hälfte an Vitamin B1. Auch beim Toasten von Brot gehen innerhalb von einer Minute bis zu 30% aller Thiaminmoleküle verloren. So genannte Tannine, die in Wein und Tee vorkommen, können das Vitamin oxidieren. In Gegenden mit hohem Teekonsum leidet die Bevölkerung vermehrt an einem Thiaminmangel.


Gedächtnisprobleme

Wenn es im Gehirn an Vitamin B1 mangelt, sterben bestimmte Neuronen in Massen ab. Die Gedanken quälen sich mühsam voran, und es fällt immer schwerer sich leichte Dinge zu merken. Wird der Thiaminspiegel daraufhin nicht wieder aufgefüllt, verkrusten ganze Kolonien abgestorbener Zellen zu sogenannten Amyloiden (= Cholesterin- und Eiweißmüll). Dies wiederum erhöht das Risiko an Alzheimer zu erkranken.


Gute Wundheilung

Wenn man unter Wundheilungsstörungen leidet, kann dies auch auf einen Thiaminmangel hinweisen. Thiamin beschleunigt die Wundheilung, kurbelt den Zellstoffwechsel an und ist schmerzstillend.


Radikale Diäten führen zu Vitamin-B1-Mangel

Menschen, die um jeden Preis eine schlanke Linie halten wollen, leiden häufig unter Vitamin-B1-Mangel. Ausreichende Mengen an Thiamin kann man nur zu sich führen, wenn man genügend isst. Kalorienreduzierte Diäten führen deshalb fast immer zu nervösen Störungen. Viele Frauen, die abnehmen wollen, essen Salat, aber der enthält nicht viel Thiamin. Bei einer Diät ist Vollwertkost sehr wichtig.


Vitamin B1 in der Muttermilch

Säuglinge erhalten mit der Muttermilch alle lebensnotwendigen Nährstoffe und Vitamine in weitaus ausgewogenerem Maß als über Fertigmilch. Bei einem Vitamin-B1-Mangel der Mutter hingegen sind sie der besonderen Gefahr ausgesetzt einen sehr starken Thiaminmangel zu erleiden.


Wann braucht der Körper viel Vitamin B1?

Wenn man unruhig, nervös, gereizt oder generell unter Nervenschwäche leidet.
Ab dem 35. Lebensjahr, denn mit steigendem Alter benötigt der Körper mehr Vitamin B1.
Bei Vergeßlichkeit, Gedächtnisschwäche, Konzentrationsmangel.
Wenn man krank und über längere Zeit bettlägerig ist.
Bei starkem beruflichem oder privatem Streß.


Stoffe, die Vitamin B1 beeinflussen

Analgetika und Antazida hemmen die Resorption von Vitamin B1, Diuretika (harntreibende Mittel) können seine Ausscheidung beschleunigen.


Warnsymptome

Vitamin-B1-Mangel kann folgende Beschwerden verursachen:

Aggressivität
Appetitmangel
Depressive Verstimmungen
Herzrhythmusstörungen
Konzentrationsmangel
Ständige Müdigkeit
Kribbeln in Armen und Beinen
Nervenschwäche und leichte Reizbarkeit
Schlafstörungen
Schweratmigkeit
Verstopfung

 

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