Vitamine
Niazin   Zur Druckansicht

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Niazin ist ein Oberbegriff für zwei natürliche Stoffe, in denen diese Substanz vorkommt. Nikotinsäure und Nikotinamid. Dieses Vitamin verfügt über eine sehr einfache chemische Struktur und ist stickstoffhaltig, wasserlöslich und ziemlich robust. Weder Säuren noch Laugen, weder Hitze noch starke UV-Bestrahlung können dieses Molekül schädigen.

Niazin transportiert Elektronen zu den Zellen. Dabei bilden Niazinenzyme mit Riboflavinenzymen eine Brücke, über die Wasserstoffatome im Verbrennungsvorgang weitergeleitet werden. Ohne Niazin würde das Gewebe absterben.

In seiner Eigenschaft als Säure vermag Niazin die Freisetzung von Fettsäuren regulieren und senkt dadurch den Cholesterinspiegel. Wie eine in den USA durchgeführte Studie ergeben hat, konnten der Cholesterinspiegel um 22% und der Triglyceridspiegel um bis zu 52% unter Niazinbehandlung gesenkt werden. Außerdem erweitert es die Blutgefäße. Bei ausreichender Niazinzufuhr können eventuell Blutdruckschwankungen behoben werden. Die Fähigkeit Blutgefäße zu erweitern, kann auch bei der Migräne helfen.

Der Körper baut Niazin aus den Lebensmitteln ab, kann es aber auch indirekt aus Tryptophan herstellen. Tryptophan ist für unser psychisches Gleichgewicht und für einen gesunden Schlaf notwendig.

Hierzulande leiden etwa 40% der Bevölkerung an Schlafstörungen, häufig sind die Schlafprobleme ernährungsbedingt. Wer am späten Abend noch viel tierisches Eiweiß (Fleisch oder Fisch) zu sich nimmt, trägt damit zu einem erhöhten Abbau der Aminosäure Tryptophan bei. Bei einer raschen Senkung des Tryptophanspiegels kann der Körper nicht mehr genügend Melatonin produzieren. Dieses Schlafhormon wird auch aus Tryptophan gebildet. Wer spätabends noch etwas essen möchte, sollte daher tryptophanreiche Nahrungsmittel zu sich nehmen.

Während die meisten Eiweißstoffe eine anregende Wirkung haben, kann Tryptophan die Nerven beruhigen. Deshalb regt Niazin einerseits die Energieproduktion an und sorgt gleichzeitig für einen Ausgleich. Es ist als einziges Vitamin Bestandteil hormoneller Regelkreise.


Niazinreiche Lebensmittel

Erdnüsse
Leber
Fisch
Geflügel
Eier

Milch und Gemüse enthalten etwas weniger Niazin, Vollkorngetreide und Mais enthalten Niazin in einer Form, in der es durch unseren Körper nicht abgebaut werden kann. Unser Körper kann Niazin aus Tryptophan selbst herstellen, aus rund 60 mg Tryptophan wird etwa 1 mg Niazin produziert.

Zucker greift Niazin an und hebt seine Wirkung auf.


Stoffe, die Niazin beeinflussen

Zytostatika (Anti-Krebs-Mittel) können eine negative Auswirkung auf den Niacin-Haushalt haben.


Warnsymptome

Niazinmangel kann folgende Beschwerden verursachen:

Appetitmangel
Hautveränderungen und Hautkrankheiten
Muskelschwäche
Mundgeruch und Mundgeschwüre (Aphthen)
Lippengeschwüre
Empfindliches Zahnfleisch
Durchfall und Übelkeit
Kopfschmerzen
Depressive Verstimmungen
Müdigkeit und Schlafstörungen
Nervenschwäche

 

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