Nicht gesucht, aber gefunden: Wissenschaftler entlarvten ein Gen als möglichen Drahtzieher für Haut-Krankheiten
Heidelberger Wissenschaftler wollten eigentlich herausfinden, wie bestimmte Nahrungsfette aus dem Darm ins Blut wandern. Dabei machten sie eine überraschende Entdeckung: Sie entlarvten ein Gen, das bei schweren Hautkrankheiten offenbar eine Schlüsselrolle spielt. Mäuse, denen dieses Gen für den Fettsäuretransport fehlt, leiden unter einer extremen Fehlbildung der Haut, berichten die Wissenschaftler.
Gen-Defekt lässt Mäusen Panzer-Haut wachsen Das Forscher-Team züchtete Mäuse, denen ein bestimmtes Fatp-Gen fehlte. Diese Grupe der Fatp-Gene (Fatp = fatty acid transport protein) ist am Transport von Fettsäuren in Zellen des Körpers beteiligt sind. Doch das Züchtungs- Experiment verlief anders als geplant: Die Tiere waren nicht lebensfähig und starben direkt nach der Geburt. Sie hatten eine verdickte, fast panzerartige Haut und konnten dadurch den Brustkorb nur sehr eingeschränkt bewegen, so dass sich ihre Lungen nicht vollständig entfalten konnten. Außerdem verloren die Mäuse neunmal so viel Wasser über die Haut wie gesunde Tiere.
Mangel an Fettsäuren macht die Haut starr Bei genaueren Untersuchungen stellten die Forscher fest, dass in den Schutzstoffen der Haut (Ceramiden), die sie normalerweise geschmeidig und gleichzeitig robust machen, zu wenig langkettige Fettsäuren enthalten waren. Offensichtlich hatte das fehlende Fatp4-Gen den Fettsäurestoffwechsel in der Haut beeinträchtigt und damit zu der beobachteten Verhornungsstörung geführt.
Hoffnung auf neue Mittel gegen Neurodermitis Möglicherweise haben die Forscher damit einen Schlüssel zur Behandlung von Hautkrankheiten beim Menschen in der Hand. Denn das menschliche Fatp4-Gen ist dem der Maus sehr ähnlich und besitzt wahrscheinlich eine ähnliche Funktion. Sollte sich herausstellen, dass auch Menschen, die an schweren Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Fischschuppenerkrankung (Ichthyosis) leiden, ein fehlerhaftes oder kein Fatp4-Gen haben, könnte dies ein neuer Ansatzpunkt für eine Therapie sein.
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