Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin: Bananen und Trauben gegen das Stimmungstief und den Frust auf der Waage
Immer wieder und gerne verbreitet die Schokoladenindustrie das absatzfördernde Ammenmärchen, dass die braune Masse glücklich macht. Die Ernährungsexperten der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik* in Bad Aachen halten jedoch hartnäckig dagegen: Eine wissenschaftliche Analyse der Gesellschaft ergibt, dass Bananen, Trauben oder andere kohlenhydratreiche Lebensmittel ebenso glücklich –nur weitaus weniger dick - machen. Kohlenhydratreiche Lebensmittel helfen, die Laune zu verbessern. Dazu zählen auch Kartoffeln, Nudelgerichte, Obst, Trockenfrüchte, Vollkornprodukte, Desserts, Gebäck Backwaren oder andere Süßigkeiten, erklärt heute Klaudia Pütz, Diplom Diätassistentin bei der Gesellschaft.
Schokolade enthält zwar den aus der Kakaobohne stammenden Stoff Phenylethylamin, der stimmungsaufhellend wirkt. Die Substanz ist ähnlich aufgebaut wie die körpereigenen Muntermacher Dopamin und Adrenalin. Sie steigern die Pulsfrequenz, erhöhen den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel und sind leistungssteigernd. Diese Wirkung können aber genauso gut die Kohlenhydrate wettmachen, die eine Serotoninausschüttung bewirken. Serotonin, ein so genanntes „Glückshormon“, nimmt im zentralen Nervensystem Einfluss auf den Gemütszustand. Der Verzehr einer kohlenhydratreichen Mahlzeit bewirkt einen vermehrten Transport der Aminosäure Tryptophan in das Gehirn, wo es zur Serotoninbildung benötigt wird. Die Folge ist ein Anstieg des Gute-Laune-Pegels, so Pütz weiter.
Interessanterweise bilden Frauen in ihrem Gehirn nur halb soviel Serotonin wie Männer, was möglicherweise eine Erklärung für die häufigeren Stimmungsschwankungen und das vorwiegend bei Frauen auftretende Phänomen der Schokoladenlust sein könnte. Sicher ist jedoch, dass die Hormonschwankungen während des Zyklus auch zu unregelmäßigen Spiegeln an Serotonin und Endorphinen führen.
Was die Schokolade so unnachahmlich macht, ist das gute Mundgefühl (= mouthfeeling) der zarte Gaumenschmelz und das unvergleichliche Aroma. Sie enthält Zucker, Kakaomasse, Kakaobutter, Milch- und Molkepulver, Lecithin als Emulgator sowie Salz und Vanillin. Schokolade macht in erster Linie fett. Ein vernünftiger Umgang mit der süßen Versuchung ist daher gefordert, damit die Kalorien nicht auf die Hüften schlagen. Um den Energiewert einer Tafel Schokolade (100 Gramm) von durchschnittlich 550 Kilokalorien und 1/3 Fett wieder zu verbrennen, müsste man beispielsweise schon einen einstündigen lockeren Dauerlauf absolvieren, analysiert Pütz. Außerdem schmeckt ein Stück Schokolade genau gut wie 10 Stücke, so der Gesellschaftssprecher Sven-David Müller. Also - warum die Seele für ein Stück Schokolade verkaufen, wenn doch auch eine Banane glücklich machen kann? |