Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin: Empfindliche Personen müssen ihre Unverträglichkeiten austesten und beachten!
Zwar entsteht eine Migräne nicht allein durch die Nahrung, doch können die Kopfschmerzen von verschiedenen Nahrungsmitteln oder Zusatzstoffen ausgelöst werden, berichtet heute Ines Drewe, Diplom Oecotrophologin bei der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik* in Bad Aachen. Ein Drittel der Bevölkerung reagiert auf Glutamat, einem häufig eingesetzten Geschmacksverstärker, mit Unverträglichkeitsreaktionen. Gerade asiatische Gerichte enthalten Glutamat, weshalb die dadurch ausgelösten Symptome auch als „Chinese Restaurant Syndrome“ bezeichnet werden. Der Zusatzstoff Glutamat taucht auch häufig in Fertigprodukten auf. Nach dem Verzehr kann es bei sensiblen Personen zu Kopfschmerzen, Hitzegefühl, Herzklopfen sowie Rötungen und Brennen an Schultern, Brust und Hals kommen, und innerhalb einer Stunde nach dem Verzehr treten pulsierende Kopfschmerzen auf. Oft sind diese Nahrungs-Migräne-Attacken auch von Übelkeit und Erbrechen begleitet. Weiterhin können Nitrit und Nitrat aus gepökelten Nahrungsmitteln die Verursacher von Kopfschmerzen sein.
Selbst Eis und stark gekühlte Getränke sind in der Lage, durch den beim Genuss entstehenden Kältereiz auf die Nerven und Gefäße im Rachenraum, Kopfschmerzen auszulösen. Das ergab unter anderen eine kanadische Studie, die mit 145 im Durchschnitt 12,7 Jahre alten Kindern durchgeführt wurde. Hierbei stellte sich auch heraus, dass das Verzehrstempo eine Ursache sein kann. Bei 27 Prozent der „Schnellesser“ traten kurzzeitig Kopfschmerzen auf, hingegen nur bei 13 Prozent der „Langsamesser“. Da die Dauer der Kopfschmerzen nach dem Verzehr von kalten Speisen oder Getränken nur kurzzeitig ist, wird die Freude am Genuss jedoch nur selten getrübt.
Um den Nahrungsmittelkopfschmerz zu umgehen, sollten die auslösenden Nahrungsmittel gemieden werden. Für Migräne-Patienten ist es nicht so einfach, da bei der Entstehung einer Migräne meist mehrere Auslöser (Trigger), wie körperliche (Stress, Müdigkeit, Schlafmanko) oder emotionale (Ärger, Wut, Freude), verantwortlich sind. Daher können Diätvorschriften bestenfalls die Häufigkeit der Migräne-Anfälle reduzieren, aber nicht gänzlich verhindern. Betroffene Patienten müssen ihre individuellen kritischen Faktoren herausfinden, so Drewe.
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