Ernährung
„Es ist was faul im Staate....“   Zur Druckansicht

Ernährungsverhalten in Deutschland: Katastrophal!
Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin: Unsere Kinder nicht in die Essstörung diäten!


Zwischen Fressattacken, Hungerkuren, Vitamintabletten und Gesundheitswahn bleibt die natürlich gesunde Ernährung auf der Strecke, warnt heute Katrin Raschke, Diplom Oecotrophologin bei der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik* in Bad Aachen. Besonders dramatisch ist dies für die Kinder: Auf der einen Seite stehen die stark übergewichtigen Knirpse, die bereits unter Haltungsschäden, Diabetes mellitus und Arteriosklerose zu leiden haben. Auf der anderen Seite macht sich schon im Kindergarten der Diätenwahn breit, weiß Raschke aus persönlichen Beobachtungen. Wenn bereits Vierjährige von Gleichaltrigen den Ratschlag erhalten, nicht so viel zu essen, da sie sonst zu dick werden, ist einiges faul. Vorschulkinder, die sich trotz Normalgewicht als zu dick empfinden, sind auf dem besten Weg in die Essstörung. Magersucht, Ess-Brech-Sucht, nächtliche Fressattacken sind bei immer jüngeren Kindern immer weiter auf dem Vormarsch. Zur Zeit gibt es in Deutschland weniger Normal- als Fehlgewichtige. Von den 82 Millionen Menschen im Staate leiden 67 Prozent der Männer und 52 Prozent der Frauen an Übergewicht. Demgegenüber stehen 1,6 Millionen Menschen, die mit einem BMI unter 18,5 lebensbedrohlich untergewichtig sind. Daneben finden sich reichlich Gesundheitsfanatiker, die alles Ungesunde meiden, Vitamintabletten schlucken und dabei die Freude am Essen aus den Augen verlieren. „Wir müssen wieder zu einer natürlich gesunden Ernährung finden, wenn wir unsere Kinder vor den Folgen dieser absurden Ernährungssituation bewahren wollen“, bekräftigt Katrin Raschke. Kinder lernen vor allem von ihren Eltern – wird schon zu Hause viel über die Figur diskutiert, nur zwischen Tür und Angel Essbares in sich hineingestopft und Fast Food-Essen als Belohnung eingesetzt, können auch die Kinder kein gesundes Verhältnis zur Ernährung entwickeln. Damit aus unseren Kindern gesunde Erwachsene werden, sollten wir selbst unsere Ernährungsgewohnheiten auf den Prüfstand stellen.

Dabei sind die grundlegenden Regeln für ein gesundes Essen ganz einfach:

Obst und Gemüse gehört zu jeder Mahlzeit!
Essen in Ruhe einnehmen, nie nebenher, am besten gemeinsam essen.
Vollkornprodukte oder Kartoffeln gehören immer zur Hauptmahlzeit, Fleisch dagegen nur zweimal wöchentlich!
Reichlich trinken
Süßigkeiten und Fast Food sollten die Ausnahme sein. Essen nie als Belohnung einsetzen!
Kinder in die Essenszubereitung mit einbeziehen. Das bedeutet zwar vorerst mehr Aufwand, zahlt sich aber aus.
Das Körpergewicht im Auge behalten, aber nicht überkritisch bewerten. Bei besorgniserregenden Ausmaßen eine qualifizierte Ernährungsberatung aufsuchen, aber nicht selbst daran herumdoktorn! Crashdiäten sind auch für Erwachsene nicht empfehlenswert, bei Kindern können sie aber dauerhafte Schäden hervorrufen!

Der telefonische Beratungsdienst der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik informiert zu allen Fragen der gesunden Ernährung. Die Experten sind werktags von 9:00 bis 15:00 Uhr unter der Nummer 0241 / 44 50 600 erreichbar. Informationen finden sich auch auf der Homepage der Gesellschaft www.ernaehrungsmed.de.

Quelle: Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. (ernaehrungsmed.de)

 

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