L-Carnitin kann bei Herzerkrankungen Leben retten Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin: Das Herz ist der wichtigste Wirkungsort von L-Carnitin
Die körpereigene Substanz L-Carnitin vermindert die Schäden einer ischämischen Herzerkrankung (Sauerstoffmangel am Herzen), da es die schädigenden Acyl-CoA bindet, die Durchblutung fördert und Arrhythmien vermeidet, berichtet heute Diplom Oecotrophologin Katrin Raschke von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik* in Bad Aachen.
Bei einer Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße kommt es zum Sauerstoffmangel (Ischämie) im Herzgewebe. Fettsäuren, eine wichtige Energiequelle des Herzens, können dann nicht verwertet werden. Die für den Abbau aktivierten langkettigen Fettsäuren (Acyl-CoA-Ester) stauen sich und können den Enzymstoffwechsel der Herzmuskelzellen empfindlich stören, so Raschke. Carnitin greift hier schützend ein: Es bindet die Fettsäuren, die als Acylcarnitine die Zelle verlassen und mit dem Urin ausgeschieden werden können. Trotz des Sauerstoffmangels bleibt mit Hilfe von Carnitin die Herzfunktion länger erhalten. Eine ausreichende Carnitin-Versorgung kann zudem das Auftreten lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen als Folge der Ischämie vermindern, so Raschke.
Auch nach der Ischämie, wenn das Gewebe wieder ausreichend durchblutet ist, ist die Gefahr noch nicht vorbei. In dieser Phase entstehen reichlich freie Sauerstoffradikale, die das Herz weiter schädigen können. Carnitin kann aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften diese Radikale entgiften. Zudem verbessert es die Durchblutung der Herzkranzgefäße und ermöglicht insgesamt eine schnellere Wiederherstellung der Herzfunktion. Diese Ergebnisse zeigen deutlich, dass eine ausreichende Carnitin-Versorgung im Fall einer ischämischen Herzerkrankung lebensrettend sein kann. Ob Carnitin bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereits präventiv gegeben werden sollte, ist noch ein Streitpunkt unter Wissenschaftlern. Sicher ist, dass im Fall der Ischämie dringend ausreichend Carnitin benötigt wird, betont Raschke abschließend. Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik leitet aus den bisher vorliegenden Studien ab, dass „Herzpatienten“ täglich 500 bis 1000 Milligramm L-Carnitin substituieren sollten.
Interessierte finden auf der Homepage der Gesellschaft www.ernaehrungsmed.de weitere interessante Berichte zu L-Carnitin sowie eine Tabelle zum Carnitin-Gehalt diverser Lebensmittel. Diese Informationen können auch per eMail (presse@ernaehrungsmed.de) angefordert werden.
Hintergrund:
 | Jackson G: Combination therapy in angina: a review of combined haemodynamic treatment and the role for combined haemodynamic and cardiac metabolic agents. International journal of clinical practice 2001; 55 (4): 256-61
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 | Lango R; Smolenski RT; Narkiewicz M; Suchorzewska J; Lysiak-Szydlowska W: Influence of L-carnitine and its derivatives on myocardial metabolism and function in ischemic heart disease and during cardiopulmonary bypass. Cardiovascular research 2001; 51 (1): 21-9
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