Wenn Sie viel am Computer arbeiten, riskieren Sie womöglich Finger, Hand, Ellenbogen und Schulter
„Ich hatte das schon zwei Mal. Ich weiß, was das bedeutet“, sagt Brigitte M. Beim Maschinenschreiben hatte sie ihr rechtes Handgelenk ständig abgeknickt. Prompt kamen die Schmerzen – zunächst am Handgelenk, später brannte der ganze Unterarm. Selbst einfache Bewegungen waren unmöglich. „Ein typischer Fall“, sagt der Unfallchirurg und Sportmediziner Dr. Frank Rathfelder. „Die Entzündung entsteht dort, wo Sehnen stark beansprucht oder umgelenkt werden.“ Oft sind daher auch Schulter, Ellenbogen oder Finger betroffen. Sehnen übertragen die Muskelkraft auf die Knochen und machen so Bewegungen erst möglich. An manchen Stellen sind sie von Hüllen umgeben – so wie Stromkabel von Plastikisolierungen. In diesen Sehnenscheiden sorgt Flüssigkeit für reibungsloses Gleiten.
Warnsignal Schmerz: ein Hilferuf des Körpers Bei eintönigen Bewegungen können Sehnen überlastet werden. In der Hülle und an den Bindegewebsbändern, die die Sehnen in der richtigen Position halten, entsteht eine Entzündung; Überwärmung und Schwellung behindern das Gleiten. Dieser Prozess ist schmerzhaft, aber sinnvoll. „Das ist ein Warnsignal, insbesondere bei Sportlern“, sagt Rathfelder. Ertönt der Hilferuf des Körpers, sollten Sie schnell reagieren: Schonen und kühlen Sie die schmerzende Stelle. Wichtig ist vor allem, mit der auslösenden Bewegung oder Belastung aufzuhören. Zum Kühlen eignen sich Kältepackungen aus der Apotheke. Soll es schnell gehen, reicht auch ein Plastikbeutel mit klein gehackten Eiswürfeln – am besten eingewickelt in ein kleines Handtuch, um die Haut vor Unterkühlung zu schützen. Akute Beschwerden lindern Schmerzmittel (etwa mit Acetylsalicylsäure, Paracetamol, auch in Kombination mit Koffein, Ibuprofen oder Naproxen). Hilfreich ist auch das Einreiben mit rezeptfreien, entzündungshemmenden Salben oder Gels (zum Beispiel mit Ibuprofen, Piroxicam, Diclofenac, Ketoprofen, Flufenaminsäure oder Felbinac).
Wenn´s nicht besser wird: zum Arzt Tritt keine Besserung ein, müssen Sie einen Arzt aufsuchen, der mit einer Schiene oder einem Spezialverband das Gelenk ruhig stellt. Er wird Ihnen zusätzlich entzündungshemmende Medikamente verordnen. Sind die akuten Schmerzen abgeklungen, ist Wärme sinnvoll: Fango, Infrarot-Licht oder Ultraschall regen das Gewebe und den Stoffwechsel an. Mit krankengymnastischen Übungen erlangen Sie Ihre Kraft und Beweglichkeit zurück.
Manchmal hilft nur die OP Wenn der Schmerz jedoch andauert oder wiederholt auftritt, kann das auf eine chronische Entzündung hinweisen. Sie riskieren dann, dass die Sehnenscheiden verkleben und verkalken. An den Schmerzpunkt gespritzte Betäubungsmittel oder entzündungshemmende Präparate können helfen. Manchmal reicht jedoch auch das nicht aus. „Wenn die konservativen Maßnahmen versagen, hilft oft nur eine Operation“, sagt Dr. Rathfelder. Die Sehnenscheiden oder Führungsbänder werden aufgeschnitten, Verklebungen, Verkalkungen sowie Gewebswucherungen entfernt. Erst wenn der Patient schmerzfrei bleibt, ist die Sache überstanden.
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