Ernährung
Heiter oder wolkig?   Zur Druckansicht

Vitamine und Mineralstoffe machen den Unterschied
Ein Wetterumschwung nach dem anderen, das Immunsystem, muss gestärkt werden
Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin rät: Grünes Gemüse, Obst, Nüsse und Zink-Histidin-Präparate helfen gegen Erkältungen


Bei der momentan fehlenden Wetterkonstanz ist die Immunabwehr ganz schön gefordert und bedarf der Unterstützung durch eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung um nicht wieder mit Erkältung oder Grippe „flach zu liegen“, so heute Ines Drewe, Diplom Oecotrophologin der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.* in Bad Aachen. Es ist wichtig, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Neben den Vitaminen A und C ist es vor allem das Spurenelement Zink, welches dem Körper hilft, Erkältungen abzuwehren. Die tägliche Zinkmenge sollte bei mindestens 12 bis 15 Milligramm liegen. Zink ist vornehmlich in Rindfleisch (5,8 mg/100g), Käse (4,2 mg/100g) aber auch Vollkornbrot (2,4 mg/100g) enthalten.

Des weiteren besteht für Menschen, die sehr erkältungs- oder grippeanfällig sind, die Möglichkeit, Zink-Histidin-Präparate einzunehmen, um sich vor und während der nächsten Grippewelle zu schützen.
Das Spurenelement Zink ist nämlich ein Multitalent, welches sowohl vorbeugend als auch therapeutisch gegen Erkältungskrankheiten wirkt. Es ist an vielen Stoffwechselvorgängen des menschlichen Körpers beteiligt und für eine optimale Funktion des Immunsystems unerlässlich. Zink schützt die Schleimhäute und kann so das Eindringen von Viren erschweren. Zink hilft auch, wenn die ersten Symptome bereits spürbar sind.

Verschiedene Studien zeigen, dass die Einnahme von Zinkpräparaten nicht nur die Erkältungsdauer verringert, sondern auch die Intensität der Symptome vermindert. In einer Studie (1) betrug die Erkältungsdauer der Probanden, die tagsüber alle zwei bis drei Stunden 12,8 Milligramm Zink einnahmen, lediglich 4,5 Tage. Im Gegensatz dazu dauerte die Erkältung in der Placebo-Gruppe mit 8,1 Tagen beinahe doppelt so lange. Weitere Studien bestätigen dieses Ergebnis (2, 3). Zu beachten ist, dass die Resorptionsrate von verschiedenen Zinkverbindungen stark variiert. Die Resorptionsrate und damit der Nutzen für den Körper ist bei organischen Zinkverbindungen wie Zink-Histidin besser als bei anorganischen (4).

Die besten Maßnahmen zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten sind:

Ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, damit dem Körper alle lebensnotwendigen Vitamine und Mineralstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen
Verschiedene Teesorten wie Ingwer-, Holunder- oder Lindenblütentee regen das Immunsystem an
Ingwer-Tee stärkt das Immunsystem: Ein paar Scheiben frische Ingwerwurzel mit kochendem Wasser übergießen, nach Geschmack ziehen lassen und mit Honig süßen
In der Öffentlichkeit nach Möglichkeit Abstand halten, um Ansteckung zu vermeiden
Warm-kalte Wechselduschen aktivieren das Immunsystem
Den Temperaturen angemessene Kleidung tragen
Viel Bewegung an der frischen Luft steigert die Immunabwehr
Ausreichend Schlaf
Durchzug vermeiden
Regelmäßige Sauna-Besuche
Heiße Fußbäder
Nicht mit nassen Haaren ins Freie gehen
Täglich 15 bis 30 Milligramm Zink substituieren
Viel trinken, um den hartnäckigen Schleim zu lösen. Zum Beispiel stilles Wasser oder mit Honig gesüßte Kräutertees wie Thymian- oder Salbeitee
Inhalation mit 0,9 prozentiger Kochsalzlösung um den Schleim zu lösen
Heiße Bäder mit ätherischen Ölen tragen zur Entspannung bei und befreien die Atemwege
Mehrmals täglich lüften um die Raumluft anzufeuchten
Auf jede Heizung eine Schale mit Wasser stellen
Auch bei Erkältung Spaziergänge machen, aber warm halten
Bei einer Körpertemperatur im Fieberbereich oder einer Erkältungsdauer von mehr als einer Woche sollte ein Arzt aufgesucht werden

Die Homepage der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik www.ernaehrungsmed.de bietet weitere interessante Informationen rund um die Ernährungsmedizin und Diätetik.

Quelle:
(1) Prasad AS, et al.: Duration of symptoms and plasma cytokine levels in patients with the common cold treated with zinc acetate. Ann Intern Med 2000, 133: 245-252
(2) Petrus EJ et al.: Randomized, double-masked, placebo-controlled clinical study of the effectiveness of zinc acetate lozenges on common cold symptoms in allergy-tested subjects. Current Therapeutic Research, 1998, 59, 9: 595-607
(3) Mossad SB et al.: Zinc gluconate lozenges for treating the common cold – a randomized, double-blind, placebo-controlled study. Ann Intern Med., 1996, 125: 81-88
(4) Mittmann U: Bioverfügbarkeit von Zink-Präparaten. Journal für Pharmakologie und Therapie, 2001, 5: 143-153

Quelle: Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. (ernaehrungsmed.de)

 

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