Stress und falsche Ernährung belasten den Körper mit zu viel Säure. Was Sie guten Gewissens essen können und was Sie besser meiden
Das Verhältnis zwischen Säuren und Basen spielt für die innere Harmonie im Körper eine entscheidende Rolle. Als Maß für sauer oder basisch dient der pH-Wert. Der pH-Wert des Blutes liegt bei Gesunden ziemlich genau bei 7,4. Säuren und Basen halten sich dann in etwa die Waage. Der exakte Neutralpunkt ist bei pH 7 definiert. In Richtung Null wird es immer saurer, nach oben basischer.
Falsche Ernährung stört das Gleichgewicht Äußere Einflüsse können das empfindliche Gleichgewicht von Säuren und Basen stören. Stress, Hektik, körperliche Überanstrengung und vor allem falsche Ernährung belasten den Körper mit zu viel Säure. Die körpereigenen Puffermechanismen, die kleine Abweichungen normalerweise schnell neutralisieren und den Blut-pH-Wert im Lot halten, werden überfordert. Der Körper besitzt verschiedene Möglichkeiten, einen Säureüberschuss auszugleichen. Dafür sorgen zum Beispiel die Puffersysteme des Blutes und der Ausgleich über die Atmung. Werden diese Puffer jedoch überstrapaziert, verbleibt zu viel Säure im Körper und lagert sich zum Beispiel im Bindegewebe ab.
Wenn sauer nicht lustig, sondern krank macht Auf lange Sicht können daraus Gesundheitsbeschwerden entstehen: Eingeschränktes Wohlbefinden, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Leistungsabfall. Auch Gelenkprobleme lassen sich darauf zurückführen. Wenn sich zu viel Säure im Körper befindet, kann das Knorpelgewebe schlechter Wasser binden und wird in der Folge weniger elastisch. Das Knorpelgewebe kann verhärten und Gelenkprobleme auslösen. Untersuchungen zeigen überdies, dass der Körper vermehrt Mineralstoffe aus dem Knochenreservoir mobilisiert, um den Säureüberschuss zu neutralisieren. Durch den chronischen Kalziumverlust aus den Knochen steigt bei lange bestehender Übersäuerung des Körpers das Osteoporose-Risiko.
Bewusste Ernährung gegen die Säure Den besten Schutz vor Übersäuerung bietet eine bewusste Ernährung. Jedes Nahrungsmittel wirkt sich auf die Säure-Basen-Balance im Körper unterschiedlich aus. Bei der Verdauung von Fleisch entsteht viel Säure. Ähnlich säuernd wirken Colagetränke und Süßigkeiten. Butter und kaltgepresste Öle verhalten sich neutral. Obst und Gemüse sowie die meisten Milchprodukte wirken dagegen stark basenbildend. Der Geschmack der Nahrungsmittel täuscht oft. Auch Zitronen oder Kiwis sind relativ gute Basenbildner. Basenbildner sollten auf Ihrem Speiseplan klar überwiegen. Essen Sie deshalb am besten zu jeder (Zwischen)Mahlzeit etwas Obst oder Gemüse, legen Sie hin und wieder einen Obsttag ein und essen Sie Fleisch und Gemüse am besten im Verhältnis 1:2 statt umgekehrt. Hydrogencarbonatreiche Heilwässer unterstützen eine basenüberschüssige Ernährung.
Spülen Sie die Säuren aus dem Körper Trinken ist außerdem wichtig, um die Nieren zu entlasten. Denn die Ausscheidung über die Nieren bildet den einzigen Entsorgungsweg, Säuren wirklich loszuwerden. Altersbedingt lässt jedoch die Nierenfunktion nach, so dass der Körper Säuren schwerer über die Nieren ausschwemmen kann. Insbesondere Ältere sollten daher auf eine pflanzlich betonte Kost achten.
Zusatzproblem: Durch Verarmung der Böden, landwirtschaftliche Massenproduktion und industrielle Verarbeitung enthalten viele Nahrungsmittel nicht mehr die übliche Menge an basischen Mineralstoffen. Deshalb ist oft eine Basenkur mit einem Mineralstoffpräparat zu empfehlen. Das gilt auch für Osteoporose-Patienten wie für Stoffwechselkranke mit Diabetes, Hyperurikämie oder Gicht. |