Die Betreuung eines Demenzkranken erfordert Wissen und emotionale Stärke, denn im Zweifelsfall gilt die Devise: ,,Der Demenzkranke hat immer recht.“
Um als Angehöriger für einen Demenzkranken so viel Lebensqualität und Würde wie möglich zu erhalten, kommt es auf den richtigen Umgang mit dem Patienten an. Sie beschränkt sich in keinem Fall allein auf die körperliche Pflege. Viel wichtiger ist es, dem Kranken geistige Anregung und Geborgenheit zu geben. Als Angehöriger sollten Sie sich bewusst sein, dass alle Maßnahmen, die ein intaktes Erinnerungs- und Lernvermögen voraussetzen, sinnlos sind und dem Patienten nur schaden. Vermeiden Sie Erklärungen, die der Erkrankte nicht erfassen kann, oder Versuche, ihm etwas beizubringen – womöglich unter der Drohung oder dem Einsatz von Strafen oder Belohnungen. Ebenso sollte am vermeiden sich auf Diskussionen oder Anschuldigungen einzulassen.
Denken Sie immer daran: Die Angehörigen und Pflegenden müssen sich auf den Demenzkranken einstellen, denn er kann es umgekehrt nicht mehr!
Das A und O – die Emotionale Zuwendung Alzheimer-Patienten reagieren sehr positiv auf jede Form emotionaler Zuwendung. Schon das schlichte Streicheln der Hand oder ein liebevoller Tonfall kann auf sie enorm beruhigend wirken. Hier fällt die Parallele zu kleinen Kindern auf, die sich durch starke Gefühlsregungen anderer leicht anstecken lassen. Ähnlich ergeht es den Dementen. Daher gilt es, geduldig und freundlich bleiben, – selbst wenn es mitunter schwer fällt.
Auch reagieren die Erkrankten auf Lob, egal wie er geäußert wird, viel besser als auf Kritik. Sehr empfindsam nehmen viele Demenzkranke Gerüche wahr, vor allem wenn sie in ihrer persönlichen Lebensgeschichte eine Rolle gespielt haben. Weil die Patienten bekanntlich durch den zunehmenden Verlust ihrer Erinnerung in ihre frühe Vergangenheit zurückkehren, können gerade Düfte, die sie von damals kennen, sie besonders friedlich und gutgelaunt stimmen. So hat der Geruch von Bohnenkaffee in der Kriegs- und Nachkriegsgeneration eine ganz besondere Bedeutung. Die Frauen dieser Zeit reagieren zudem auch auf damals beliebte Parfüms wie ′4711′ oder ′Tosca′ sehr positiv. Es ist also wichtig, möglichst viel von der Vergangenheit des Patienten zu wissen, um entsprechend auf ihn eingehen zu können.
Allgemeine Tipps für den Umgang mit Patienten:
1. Klare Anweisungen in einfachen, kurzen Sätzen geben
2. Ein fürsorglicher, aber zugleich bestimmter und deutlicher Umgangston sollte angestrebt werden.
3. Wichtige Informationen bei Bedarf wiederholen – notfalls mehrmals
4. Konkrete Angaben (Zeit, Datum, Ort, Namen) bieten Erinnerungshilfen
5. Geduldig sein mit dem Kranken und ihm Zeit (Minuten, nicht Sekunden!) für eine Reaktion geben
6. Verständnisvoll sein – auch wenn es manchmal schwer fällt
7. Sinnlose Diskussionen vermeiden. Statt auf der eigenen Meinung zu bestehen, sollte der Kranke abgelenkt werden
8. Anschuldigungen und Vorwürfe überhören
9. Für Beständigkeit und Routine im Tagesablauf sorgen
10. Einfach regeln und feste Gewohnheiten einhalten
11. Loben statt Kritisieren, z.B. auch durch die richtigen Worte, Berührungen oder Lächeln
12. Geistige Anregung geben, die aber nicht überfordern. Ganz wichtig sind Gesprächspartner
13. Darauf achten, dass der Patient sich ausgewogen ernährt und genügend Flüssigkeit zu sich nimmt.
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