Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin: Der beste Schutz vor Übergewicht im Erwachsenenalter ist die Prävention in der Kindheit
Ernährungsgewohnheiten werden bereits in der Kindheit geprägt und nicht jeder „Babyspeck“ geht irgendwann alleine weg, erinnert heute Ines Drewe, Diplom Oecotrophologin der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik* in Bad Aachen. Der Anteil von Fast-Food wie Pizza, Pommes frites und Gyros in der Ernährung wird mittlerweile auf 25 Prozent geschätzt, jedes zweite 11- bis 15jährige Kind isst täglich Süßigkeiten, doch bewegt werden meist nur noch die Finger auf der Tastatur des Computers oder des Handys. Viele Wege sollten wieder zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt, und nicht mit dem Bus, Chauffeur „Mama“ oder dem ersparten Mofa zurückgelegt werden. Bewegungsmangel begünstigt die Entstehung von Übergewicht und macht faul und träge. Die Erwachsenen sind es, die umdenken und ihr Leben wieder aktiv in die Hand nehmen müssen, statt die äußeren Gegebenheiten für unsere falschen (Ess-) Gewohnheiten verantwortlich zu machen. Statt vorm Fernseher zu hocken Hobbys reaktivieren, statt Convenience-Produkten lieber die eigenen Kochkünste wieder „aufwärmen“ und das aktive Familienleben aufleben lassen, denn die Kinder lernen jegliche Lebensweise von den Erwachsenen. Verschiedene Änderungen im Tagesablauf können eine Gewichtsnormalisierung unterstützen, ohne dass das Wort „Diät“ in irgendeiner Weise fallen muss.
Tipps für die ganze Familie zur gesünderen Lebensweise:
 | Durch vermehrte körperliche Aktivität wird der Energieverbrauch erhöht. Eltern sollten versuchen bei ihren Kindern sportliche Interessen zu wecken und Hobbys zu fördern. Der Schulsport allein reicht nicht.
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 | Die Kinder sollten animiert werden täglich draußen zu spielen (Fangen-, Versteckspielen, Ballspiele, Rollschuhlaufen).
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 | Etwas gemeinsam mit den Kindern unternehmen, wie Radtouren, Badmintonspiele, Klettern oder Schwimmen gehen.
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 | Durch einen regelmäßigen Mahlzeitenrhythmus im Tagesablauf kann unkontrolliertes „Zwischendurchessen“ vermieden werden.
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 | Statt einen Schokoriegel auf dem Weg zur Schule zu essen, sollten die Kinder zu Hause frühstücken und ein gesundes Frühstückspausenbrot mitbekommen.
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 | Bei gemeinsamen Mahlzeiten sollte auch Zeit für Gespräche sein. Ablenkungen durch Fernsehen oder Zeitung vermeiden.
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 | Beziehen Sie Ihre Kinder bei der Planung des Speiseplans mit ein und berücksichtigen Sie ihre Vorlieben und Abneigungen.
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 | Ein Rohkostteller (Obst oder Gemüse) für „den kleinen Hunger zwischendurch“ sättigt gesünder als Schokolade und Bonbons.
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 | Zusammen mit den Kindern kochen oder backen, um den gesunden Umgang mit Lebensmitteln zu lernen.
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 | Kinder sollten selbst entscheiden, wie viel sie essen möchten. Sie müssen lernen, wann sie Hunger empfinden und wann sie satt sind. Zwingen sie ihre Kinder nicht, den Teller leer zu essen!
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 | Halten Sie keine großen Vorräte an Süßigkeiten, Kuchen oder Knabbereien im Haus parat.
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 | Pauschale Verbote sind sinnlos, ein vernünftiger Umgang mit Süßigkeiten muss erlernt werden. Gelegentliches Naschen in kleinen Mengen schadet nicht. Alternativen zu Süßigkeiten sollten immer bereit stehen, beispielsweise statt Schokolade ein Apfel.
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 | Zur Energieeinsparung können Zuckerersatzstoffe (Süßstoffe) gelegentlich Verwendung finden.
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 | Lob und Belohnung sind sehr motivierend, doch sie müssen nicht mit Essen in Zusammenhang stehen.
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Neben der telefonischen Beratung für übergewichtige Kinder, Jugendliche oder deren Eltern vermitteln die Berater der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. werktags in der Zeit von 9:00 bis 15:00 unter der Nummer 0241/4450600 Adressen von Beratungsstellen. |