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Kein Honig für Säuglinge
Auch bei sorgfältigster Herstellung Infektionsgefahr   Zur Druckansicht

Babys bis zu einem Jahr sollen keinen reinen Honig erhalten. Auch wenn er das Nuckeln noch so versüßt, im Fläschchen oder gar auf dem Schnuller hat Honig nichts zu suchen

Der Grund ist eine seltene, aber unter Umständen lebensbedrohliche Erkrankung, der Säuglingsbotulismus. Bakterien aus dem Honig können sich im Darm des Babys vermehren und ein muskellähmendes Gift produzieren.

In Bienenhonig kann, auch bei sorgfältigster Herstellung, der Erreger Clostridium botulinum stecken. Die Sporen der Bakterien können im Darm von Babys überleben und den Organismus vergiften. Muskelschwäche, in schlimmen Fällen sogar Atemlähmungen, sind die Folge.

Kinder im ersten Lebensjahr sind gefährdet
Die Clostridien vermögen sich nur im unreifen Darm des Säuglings zu halten, nicht bei gesunden älteren Kindern oder Erwachsenen. Im ersten Lebensjahr ist die Bakterienflora noch nicht so weit entwickelt, dass sie krank machende Keime wie Clostridien in Schach halten kann. Ab dem zweiten Lebensjahr ist der Genuss von Honig unbedenklich.

Keine akuten Fälle, aber Gefahr bleibt bestehen
Die Warnung des Robert-Koch-Instituts vor der Verfütterung von Honig an Babys ist alles andere als neu: In den Jahren 1996 bis 1999 erkrankten drei Babys an Muskellähmungen, die auf Clostridien im Darm aus häuslichem Honig zurückzuführen waren. Die Babys konnten zwar mit Penicillin behandelt werden, aber einer der Säuglinge verbrachte Wochen auf der Intensivstation. Es dauerte weitere Monate, bis das Kind nicht mehr unter Atem- und Schluckbeschwerden litt.

Weil der Säuglingsbotulismus so selten auftritt, ist das Wissen um die Gefährdung entsprechend wenig verbreitet. So werden vielfach Getränke fürs Baby noch mit Honig gesüßt. Vereinzelt wird immer noch empfohlen, Brustwarzen oder Sauger mit Honig zu bestreichen, um Saughemmungen zu überwinden. Bei Honig als nicht erhitztem Naturprodukt besteht immer die Gefahr, dass Clostridium-Bakterien oder deren Sporen enthalten sind – auch bei sorgfältigster Arbeit der Imker, auch bei Markenhonig oder Honig aus biologischem Anbau.

Fertigprodukte nicht betroffen
Mit Honig gesüßte Fertignahrung, wie beispielsweise Obstgläschen, sind von der Warnung nicht betroffen. Die Hersteller garantieren eine ausreichende Erhitzung, die die Clostridien abtötet. 15 Minuten lang gekochte Speisen können keinen Botulismus verursachen. Als Zusatz von Muttermilchersatz werde Honig nicht mehr verwendet, ließ das Robert-Koch-Institut verlauten.

Quellen: Baby und die ersten Lebensjahre, www.oekotest.de, www.rki.de (Robert-Koch-Institut)

 

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