Homöopathie wirkt, das zeigen Studien. Doch sie wirkt anders, als wir es aus der Schulmedizin gewöhnt sind. Mehr über das Geheimnis der Zuckerkügelchen
Die Homöopathie therapiert nicht nur Organ X oder Krankheit Y. Sie betrachtet den ganzen Menschen. Neben seinen Beschwerden gehen auch seine Vorlieben und Gewohnheiten, seine gesamte Persönlichkeit in die Behandlung mit ein. Vermutlich ein wichtiger Grund, warum die sanfte Therapieform immer mehr Anhänger findet.
In der Verdünnung liegt die Kraft „Ähnliches soll mit Ähnlichem geheilt werden“. Dieser Grundsatz der Homöopathie klingt zunächst verblüffend: Linderung soll genau das Mittel bringen, das in hoher Dosis die Beschwerden des Patienten verursacht. Der gezielte Reiz, den die Arznei setzt, greift tief in Regulationsvorgänge des Organismus ein, stärkt seine Selbstheilungskräfte. Er bringt die Körpersysteme – Organe, Nerven, Kreislauf, Immunsystem – wieder ins Lot. Das Geheimnis homöopathischer Mittel liegt in der Potenzierung: Die Ursubstanz wird nach exakten Regeln verdünnt und geschüttelt. Dabei geht die Information der Urtinktur an die Trägersubstanz über – je öfter verschüttelt wird, desto intensiver der Informationsgehalt. Verdünnen und Verschütteln macht die Arznei also kräftiger, „potenziert“ sie.
Kombipräparate: Nicht die reine Lehre – aber praktisch In der streng klassischen Homöopathie wird nach ausführlicher Untersuchung ganz gezielt nur eine einzige Substanz verordnet. Die Suche nach dem richtigen Präparat kann allerdings recht langwierig sein. Deshalb gibt es in der Apotheke auch Komplexmittel: Darin sind mehrere homöopathische Arzneimittel kombiniert, die alle einen Bezug zu bestimmten Beschwerden haben. So wird es einfacher, das richtige Medikament zu finden.
Wie alles begann: mit einem Selbstversuch Der Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann (1755-1843), war Arzt, Apotheker, Chemiker – und Perfektionist: Unzufrieden mit der Medizin seiner Zeit gab er seine Praxis auf und verdiente den Lebensunterhalt durch die Übersetzung ausländischer medizinischer Werke. Bei einem Text über Chinarinde als Wirkstoff gegen Malaria stieß er auf Unklarheiten. Kurzerhand beschloss er, das Mittel an sich selbst zu testen. Die Folge: Er litt unter malariaähnlichen Symptomen, solange er das Mittel einnahm, und war wieder gesund, nachdem er es wieder abgesetzt hatte. Neugierig geworden begann er eine Vielzahl von Versuchen – und entwickelte eine neue Form der Medizin.
Der Apothekertipp: Andere Medikamente können die Wirkung von Homöopathika beeinträchtigen. Nehmen Sie die verschiedenen Mittel deshalb zeitversetzt ein. Auch ätherische Öle und Parfüms sollten Sie nicht gleichzeitig anwenden. Da in Zahncremes oft Menthol enthalten ist, das die Wirkung homöopathischer Mittel beeinträchtigen kann, bieten viele Apotheken spezielle Homöopathie-verträgliche Zahnpasten an. Homöopathische Arzneimittel sollten kühl und trocken gelagert werden. Hitze und Sonnenbestrahlung sind ungünstig, ebenso starke elektromagnetische Felder in der Umgebung durch Computer, Fernseher oder die Mikrowelle.
Zahlt meine Krankenkasse? Im Gegensatz zu den meisten Privatversicherten müssen gesetzlich krankenversicherte Patienten eine homöopathische Behandlung häufig selbst zahlen. Doch es gibt eine Reihe von Krankenkassen, die die Kosten einer solchen Therapie übernehmen. Auf jeden Fall sollten Sie, bevor Sie einen Homöopathen aufsuchen, sich bei Ihrer Kasse nach der Kostenübernahme erkundigen.
Adressen:
Informationen über klassische Homöopathie und Adressenlisten von Therapeuten bietet z.B. die
Deutsche Gesellschaft für Klassische Homöopathie e.V. www.dgkh-homoeopathie.de Saubsdorfer Str. 9 86807 Buchloe
Adressen klassisch homöopathisch arbeitender Heilpraktiker und Infos zur Homöopathie erhalten Sie u.a. bei
www.homoeopathie-forum.de Grubmühlerfeldstraße 14 82119 Gauting bei München
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