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Schwerhörigkeit bei Kindern erkennen
Eltern, bleibt am Ball!   Zur Druckansicht

Mit einem einmaligen Hörtest ist es bei Babys nicht getan. Nur wer Kinderohren regelmäßig testen lässt, bleibt wirklich auf dem Laufenden

Ein wichtiger Schritt zur Überprüfung des kindlichen Gehörs ist Alltag geworden: Das so genannte „Neugeborenen-Screening“ wird bundesweit in immer mehr Kliniken angeboten. Sehr viele Eltern nehmen das Angebot wahr, das ist die gute Nachricht. Allerdings tun viele das in dem Glauben, kindlichen Hörproblemen damit ausreichend vorgebeugt zu haben. Und das ist die weniger gute Nachricht – denn ein Neugeborenen-Screening ist als erster Schritt einer begleitenden Überwachung des Gehörs gedacht und darf nicht als einmalige Angelegenheit angesehen werden.

Der Anschluss ist schnell verpasst!
„Jedes Hörscreening ist nur so gut wie die „Follow-Ups“ (Nachfolge-Untersuchungen),“ erklärt Gerhard Hillig vom Forum Besser Hören. Und er warnt: „Eltern, die das Gehör des Kindes nicht regelmäßig untersuchen lassen, riskieren erhebliche Mängel in der kindlichen Sprachentwicklung.“ Stellt sich einige Monate nach der Geburt eine Schwerhörigkeit ein, so bleibt diese unter Umständen bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr unentdeckt. Dann hat das Kind wichtige Stationen in der kindlichen Sprachentwicklung bereits versäumt. Es übt sich beispielsweise noch in der Wortbildung, während gleichaltrige Kinder schon kurze Sätze sprechen. Die Folge: Das Kind versucht, sich durch Gesten zu helfen – anstatt Dinge zu benennen, zeigt es meistens auf sie – und hofft, dadurch verstanden zu werden. Klappt das nicht, ergeht es den Kleinen wie den Großen, wenn diese das Gefühl haben, der Zug fährt ohne sie ab. Viele Kinder ziehen sich zurück und werden zum Einzelgänger.

Wichtig für Eltern: Die richtige Anlaufstelle
Ein regelmäßiges Hörscreening ist weder gesetzlich vorgeschrieben, noch werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Die einzige Möglichkeit, diese „Versorgungslücke“ zu schließen, ist elterliches Engagement. So werden Sie aktiv:
Sie suchen sich eine kompetente Anlaufstelle für das regelmäßige Screening bei Ihrem Kind:

– Entweder „liegen Sie dazu Ihrem Kinderarzt in den Ohren“. Wenn er Ihr etwa einjähriges Kind mit Händeklatschen testet, kann es durchaus darauf reagieren, ohne ihn gehört zu haben. Diese gesetzlich vorgeschriebene Routineuntersuchung sollte beim kleinsten Verdachtsfall durch einen Besuch beim Spezialisten ergänzt werden. Es liegen statistisch betrachtet durchschnittlich rund 20 Monate zwischen dieser Untersuchung beim Kinderarzt und der Aufdeckung einer Schwerhörigkeit.

– Sie brauchen die Adresse eines Pädaudiologen (das ist ein zusätzlich spezialisierter HNO-Arzt) in Ihrer Nähe. Hierzu können Sie Adressen entweder im Telefonbuch oder Basisauskünfte auch in einem nahegelegenen Hörzentrum in Erfahrung bringen. Die Hörgerät-Akustiker können zwar Ihr Kind nicht selbst medizinisch testen, kennen aber die Problematik zu spät diagnostizierter Kinder sehr gut. Dort finden Sie in der Regel ein offenes Ohr und eine Liste mit Beratungsstellen. Sie finden solch ein Zentrum beispielsweise in der Hörgeräte-Akustiker-Suche der Internetseite „Forum Besser Hören“.

– Bei Frühgeburten oder Mehrlingsschwangerschaften ist das Risiko für Hörprobleme deutlich erhöht. In diesen Fällen sind Sie in einem Kinderzentrum gut aufgehoben. Großer Vorteil: Hier arbeiten Kinderärzte, Pädaudiologen, Sprachtherapeuten und Psychologen bereits intensiv zusammen.

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