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Wandern:
„Immer mal wieder ohne“   Zur Druckansicht

Wanderstöcke entlasten die Gelenke, trainieren Arm- und Beinmuskeln und sind gut für die Koordination. Trotzdem sollte man hin und wieder auf die Stöcke verzichten, rät der Experte Dr. Christian Haid (Biomechaniker, Uniklinik Innsbruck)

Herr Dr. Haid, soll man überhaupt noch ohne Wanderstöcke auf Tour gehen?

Das kommt darauf an. Wenn Sie Knieprobleme haben, sind Stöcke beim Abwärtsgehen äußerst hilfreich, weil sie den Schwerpunkt verlagern und dadurch die Drehbelastung verringern.



Und bei intakten Gelenken?

Auch dann gibt es Vorteile. Denn Stöcke werden heutzutage nicht nur als Gehbehelf, sondern auch als Trainingsmittel eingesetzt. Sie trainieren Muskelgruppen, die wir beim Wandern sonst eher nicht anspannen, wie etwa im Schulterbereich, außerdem sind sie gut für die Arm- und Beinkoordination.

Gibt es auch Einschränkungen für ihren Einsatz?

Ja, denn wer ständig mit Stöcken geht, vernachlässigt seinen Gleichgewichtssinn. Nichts schult diese Fähigkeit so sehr wie das vorsichtige Bergabgehen. Gerade bei steilen Wegstücken muss ich meine Muskeln koordiniert einsetzen, um nicht auszurutschen. Und wenn das Gelände auch noch Handeinsatz erfordert, sind sie sowieso eher hinderlich.



Was raten Sie also?

Ob auf Bergtouren oder im flachen Gelände: Es ist wichtig, sich nicht völlig an die Stöcke zu gewöhnen. Also Stöcke in den Rucksack und immer mal wieder bewusst ohne gehen.

Senioren Ratgeber/ Bildnachweis: Big Box of Art

 

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