Schilddrüse
Häufig gestellte Fragen   Zur Druckansicht

Fragen zur Therapie in der Schwangerschaft und bei Kindern

Frage
Mein Arzt hat mir Thyreostatika gegen meine Schilddrüsenüberfunktion verordnet. Ich bin schwanger und habe Angst daß das Arzneimittel meinem Kind schadet.

Antwort
Gerade in der Schwangerschaft ist die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion wichtig. Eine normale Stoffwechsellage ist wichtig für die Gesundheit Ihres Kindes. Sie können daher auf das Präparat zur Behandlung Ihrer Schilddrüsenüberfunktion (Threostatikum) nicht verzichten.

Um Ihr Kind zu schonen, hat Ihr Arzt eine möglichst geringe Dosierung des Thyreostatikums gewählt. Bei dieser geringen Tagesdosis ist Ihr Kind durch das Thyreostatikum nicht gefährdet. Achten Sie darauf, daß Sie alle Kontrolltermine bei Ihrem Arzt einhalten. Ihre Stoffwechsellage muß jetzt besonders sorgfältig kontrolliert werden.


Frage
Ich nehme seit fünf Jahren Schilddrüsenhormone wegen einer Schilddrüsenunterfunktion. Jetzt bin ich schwanger. Muß ich die Schilddrüsenhormone absetzen?

Antwort
Sie dürfen die Schilddrüsenhormone nicht absetzen. Sie können unbesorgt sein. Die Schilddrüsenhormone sind lebensnotwendig für Mutter und Kind. Gerade in der Schwangerschaft ist die Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion wichtig. Eine normale Stoffwechsellage der Mutter ist von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit Ihres Kindes. Wegen des erhöhten Bedarfs wird während der Schwangerschaft die Dosis der Schilddrüsenhormone von Ihrem Arzt heraufgesetzt.


Frage
Jodid-Tabletten gehen sicher in die Muttermilch über. Ist mein Kind damit ausreichend mit Jod versorgt?

Antwort
Es ist richtig, daß Jodid in die Muttermilch ausgeschieden wird. Dies ist ein großer Vorteil. Jodid ist für die geistige und körperliche Entwicklung Ihres Kindes von großer Bedeutung. Wenn Sie Ihr Kind stillen, dann kann es seinen Jodbedarf nur über die Muttermilch decken.

Leider ist es im Jodmangelgebiet Deutschland nicht möglich, über eine ausgewogene Ernährung und die Verwendung von jodiertem Speisesalz allein den täglichen Jodbedarf zu decken. In der Stillzeit ist Ihr Jodbedarf noch erhöht, da Sie ja nicht nur sich selbst, sondern auch Ihr Kind ausreichend mit Jod versorgen müssen. Um einen Jodmangel bei sich und bei Ihrem Kind sicher auszuschließen, sollten Sie Jodid-Tabletten einnehmen. So wird Ihr Kind ausreichend mit Jodid versorgt. Bei der empfohlenen Dosis ist es nicht möglich, daß Ihr Kind zuviel Jodid über die Muttermilch bekommt.


Frage
Soll Jodid (in der Schwangerschaft) bei einer Hashimoto Erkrankung eingenommen werden?

Antwort
Bei nicht florider Erkrankung d.h. wenn zur Zeit keine Beschwerden, insbesondere Entzündungszeichen vorliegen, sollten in der Schwangerschaft 100 µg Jodid eingenommen werden. Dies ist für die Jodversorgung des Kindes wichtig.

Quelle: © 2003 Merck KGaA, Darmstadt - medizinpartner.de
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