Beta-(Rezeptoren-)Blocker
Die Beta-Rezeptoren-Blocker blockieren die Beta-Rezeptoren des Herzmuskels.
Um diesen Wirkmechanismus zu verstehen, muss man erst einmal wissen, um was es sich bei Rezeptoren von Zellen überhaupt handelt. Hier deshalb zunächst die Erklärung (Definition) für Rezeptoren im Allgemeinen:
Bei Rezeptoren handelt es sich um spezielle Zellstrukturen, die nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip bestimmte Vorgänge im Stoffwechsel der Zelle in Gang setzen. Dies bedeutet, dass diese Rezeptoren, wenn sie durch einen exakt passenden Reiz aktiviert werden eine bestimmte Reaktion bei Zellen eines bestimmten Organs oder Gewebes auslösen. Diese passenden Reize können z. B. körpereigene Botenstoffe (u.a. Adrenalin), physikalische Reize (Wärme, Kälte) oder auch Medikamente sein.
Bei den Beta-Rezeptoren der Herzmuskelzelle handelt es sich um Rezeptoren, die am Herzen für die Muskelantwort auf Stresshormone wie Adrenalin verantwortlich sind. Verbindet sich das Adrenalin mit dem Beta-Rezeptor der Herzmuskelzelle wird der 'Befehl' an die Herzmuskelzelle erteilt: schneller und öfter zusammenziehen!. Dies erfolgt an allen Herzmuskelzellen gleichzeitig, so dass schließlich der Herzschlag bis zum Herzrasen beschleunigt werden kann. Dadurch steigt auch der Blutdruck an. Wird nun der Beta-Rezeptor durch ein Medikament (Beta-Blocker) blockiert, indem es an diesen bindet, kann z. B. das Adrenalin nicht mehr an den Beta-Rezeptor binden. Die Bindungsstelle ist ja bereits durch den Beta-Blocker besetzt! So wird z. B. die Beschleunigung des Herzschlags infolge von Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin vermieden. Konsequenz daraus: Der Blutdruckanstieg wird verhindert.
Beta-Rezeptoren-Blocker wirken sich deshalb besonders günstig bei Patienten mit Durchblutungsstörungen des Herzens (Koronare Herzkrankheit, Angina pectoris) aus. Auch wenn bereits ein Herzinfarkt aufgetreten ist, wenn unregelmäßige Herzschläge auftreten (Herzrhythmusstörungen) oder eine Herzmuskelschwäche vorliegt, empfiehlt sich die Einnahme von Beta-Blockern zur Blutdrucksenkung.
In medizinischen Untersuchungen (Studien) konnte zusätzlich weltweit nachgewiesen werden, dass die Behandlung von Bluthochdruck-Patienten mit Beta-Blockern das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern kann und die Sterblichkeit vermindert!
Für Patienten mit Störungen des Reizleitungssystems des Herzens oder Asthmatiker sind Beta-Blocker nur eingeschränkt geeignet.
Für die Behandlung des Bluthochdrucks bei gleichzeitig vorliegender Herzmuskelschwäche gelten besondere Empfehlungen für den Einsatz von Beta-Blockern, die Ihrem behandelnden Arzt bekannt sind.
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