Wechseljahre & Hormonsubstitution
Das 7-Tage-Hormonpflaster   Zur Druckansicht

Die Hormonbehandlung

Ist eine Hormonbehandlung wirklich notwendig?

In den Wechseljahren nimmt die Bildung der Geschlechtshormone in den Eierstöcken allmählich ab. Die Monatsblutungen werden unregelmäßig und bleiben schließlich ganz aus. Durch den Mangel an Östrogenen können Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Depressionen oder auch Störungen im Bereich der Harn- und Geschlechtsorgane auftreten. Blasenschwäche oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können die Folge sein. Eine Hormonbehandlung gleicht den Östrogenmangel aus. Dadurch werden die Beschwerden gemildert. Darüber hinaus kann eine Hormonbehandlung zum Beispiel vor Osteoporose (Knochenbrüchigkeit) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen.

Was spricht für eine Behandlung mit einem Pflaster?

Durch die Anwendung eines Pflasters wird der normale Nahrungskreislauf umgangen. Magen, Darm und Leber werden geschont. Eine geringe Östrogendosis reicht zur Behandlung aus, da in Darm und Leber kein Wirkstoff verlorengeht.

Durch die geringen Östrogenmengen und die gleichmäßigen Blutspiegel können Pflaster besser verträglich sein als Tabletten. Sie führen ebenso wie Tabletten zu einer Besserung der typischen Wechseljahresbeschwerden und können vor Osteoporose (Knochenbrüchigkeit) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen.

Wie lange dauert die Behandlung?

Typische Beschwerden, wie Hitzewallungen und Schlafstörungen, treten im allgemeinen nur während eines bestimmten Zeitraumes der Wechseljahre (etwa zwei bis fünf Jahre) auf. Wird die Behandlung in erster Linie zur Vermeidung dieser Symptome durchgeführt, kann sie danach beendet werden. Um jedoch einer vermehrten Knochenbrüchigkeit gezielt entgegenzuwirken, müssen Östrogene mindestens acht bis zehn Jahre verwendet werden. Sogar die lebenslange Verabreichung von Östrogenen wird von Experten empfohlen, da der verstärkte Knochenabbau in vielen Fällen nach dem Absetzen der Behandlung wieder beginnt.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Im Beipackzettel sind alle jemals beobachteten oder auch nur vermuteten Nebenwirkungen aufgelistet. Dazu ist der Hersteller gesetzlich verpflichtet. Ein Teil der aufgeführten Nebenwirkungen ist von der Pille übernommen, obwohl hier ganz andere Östrogene mit viel stärkerer Wirkung eingesetzt werden. Einige sind außerdem nur von vorübergehender Dauer und klingen von selbst wieder ab. Da Östrogene anfangs zu einer vermehrten Speicherung von Körperwasser führen, kann es zu Beginn der Behandlung zu einer leichten Gewichtszunahme oder auch zu einem Spannungsgefühl in den Brüsten kommen.

Sie sollten die Behandlung bei Nebenwirkungen nicht eigenmächtig abbrechen, sondern zunächst mit Ihrem Arzt sprechen.

Warum treten erneut Blutungen auf?

Durch die Östrogenbehandlung in den Wechseljahren kommt es wie im früheren natürlichen Zyklus zu einem Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Damit diese dann regelmäßig in Form einer Blutung abgestoßen wird, wird zusätzlich zum Östrogen ein Gestagen verordnet. Die auftretenden Blutungen sind völlig unbedenklich und medizinisch sogar erwünscht, da hierdurch eine unkontrollierte Schleimhautwucherung vermieden wird. Bei Frauen, deren Gebärmutter operativ entfernt wurde, kann auf die zusätzliche Gabe eines Gestagens verzichtet werden.

Quelle: © 2003 Merck KGaA, Darmstadt - medizinpartner.de
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