Wechseljahre & Hormonsubstitution
Unbeschwert in ein neues Lebensgefühl   Zur Druckansicht

Körperliche Veränderungen

In den Wechseljahren nimmt die Bildung der Sexualhormone Östrogen und Gestagen in den Eierstöcken stetig ab. Um das 40. Lebensjahr findet der Eisprung nicht mehr regelmäßig statt. Auch die Blutungen werden unregelmäßiger und bleiben schließlich ganz aus.

Die Wechseljahre beginnen etwa ab dem 45. Lebensjahr und dauern ungefähr acht bis zehn Jahre. Sie umfassen den Zeitraum vor und nach der letzten Monatsblutung. Die letzte Menstruation wird auch als Menopause bezeichnet.

Jede Frau empfindet ihre Wechseljahre anders. Manche Frauen erleben diese Phase nahezu beschwerdefrei oder verspüren nur schwache, kaum belastende Begleiterscheinungen. Bei anderen Frauen sind die Beschwerden dagegen so stark, daß sie ohne Behandlung nicht arbeitsfähig sind.

Die Sexualhormone steuern nicht nur die Entwicklung und Funktion der Geschlechtsorgane: Sie sind auch an der Regelung zahlreicher weiterer Stoffwechselvorgänge beteiligt. Durch das Absinken des Östrogenspiegels kommt es zu den typischen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. Zusätzlich können Schlafstörungen, Reizbarkeit, Nervosität, Kopfschmerzen und depressive Verstimmungen das Wohlbefinden beeinträchtigen.

Darüber hinaus können folgende Veränderungen durch den Östrogenmangel bedingt sein:

Unregelmäßige Monatsblutungen
Veränderungen an Haut und Haar
Gewichtsprobleme
Osteoporose (Knochenentkalkung, -brüchigkeit)
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Harnwegsinfektionen, Blasenschwäche
Entzündungen im Bereich der Geschlechtsorgane


Unregelmäßige Monatsblutungen
In den Wechseljahren kommt es häufig zu unregelmäßigen Monatsblutungen: Sie können stärker werden und häufiger auftreten oder aber seltener einsetzen und schließlich ganz aufhören. Solche Blutungsstörungen sind im allgemeinen durch einen Rückgang an Geschlechtshormonen bedingt und kein Grund zur Sorge. Selten haben sie organische Ursachen (z. B. gut- oder bösartige Geschwülste). Ein Besuch beim Frauenarzt kann dies klären.

Hitzewallungen und Schweißausbrüche
Zu den typischen Wechseljahresbeschwerden gehören Hitzewallungen, die häufig von Schweißausbrüchen begleitet werden. Hierbei handelt es sich um kurz aufeinanderfolgende Wärmeschübe, die in den oberen Körperregionen, wie Gesicht, Hals oder Brust, in Erscheinung treten. Häufig ist die Hitzewallung mit einer wellenförmigen Hautrötung verbunden. Viele Frauen fühlen sich durch nächtliche Schübe am nächsten Morgen völlig erschöpft: Sie sind leicht reizbar, abgespannt und müde. Eine Zufuhr der fehlenden Hormone kann diese Beschwerden lindern oder sogar beseitigen. Anregende Genußmittel wie Tee, Kaffee und Zigaretten sollten eingeschränkt werden. Das Vermeiden von Streß wirkt sich hier ebenfalls positiv aus.

Veränderungen an Haut und Haar
Mit dem Beginn der Wechseljahre stellen viele Frauen Veränderungen an Haut und Haar fest. Die Haut wird dünner, trockener und bildet vermehrt Falten. Die Kopfbehaarung wird als Folge des Östrogenmangels in den Wechseljahren dünner. Gleichzeitig kann sich der Haarwuchs an anderen Körperstellen, wie z. B. im Gesicht, verstärken. Desweiteren können durch vermehrte Talgproduktion Pickel und Mitesser auftreten. Diese Veränderungen hängen unmittelbar mit dem Ungleichgewicht zwischen weiblichen und männlichen Geschlechtshormonen zusammen. Aufgrund des Östrogenmangels überwiegen die männlichen Hormone. Dies kann zu einem eher männlichen Haarwuchs und Pickeln führen. Eine Behandlung mit Östrogenen kann das hormonelle Gleichgewicht im Körper wiederherstellen.

Gewichtsveränderungen
Viele Frauen in den Wechseljahren haben Gewichtsprobleme. Meist sind eine einseitige, kalorienreiche und zu fette Ernährung sowie mangelnde Bewegung die eigentlichen Ursachen. Nur wenige Frauen wissen, daß der Kalorienbedarf mit steigendem Alter sinkt. Dies hat zur Folge, daß bei gleichem Ernährungsverhalten das Gewicht allmählich zunimmt. Eine Umstellung des "Speiseplans" in kleinen Schritten läßt die Pfunde wieder schmelzen.
Die langfristige Behandlung mit Hormonen wirkt sich praktisch nicht auf das Körpergewicht aus.

Stimmungsschwankungen
Durch die hormonelle Umstellung kann es bei manchen Frauen zu depressiven Verstimmungen kommen. Die veränderten Lebensumstände spielen hierbei oft eine Rolle: Die Kinder sind erwachsen und haben das elterliche Haus verlassen. Frauen, die sich vorwiegend ihrer Familie gewidmet haben, fühlen sich jetzt überflüssig und ungeliebt. In einer solchen Situation ist es besonders wichtig, sein Leben wieder aktiv mit neuen Inhalten zu füllen. Jetzt ist endlich Zeit, um z. B. neue Hobbys und Vereine zu entdecken oder vielleicht über eine Rückkehr ins Berufsleben nachzudenken.

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